Kreisgruppe Ahrweiler

EU-Tagfalter-Monitoring jetzt auch in der Hocheifel

12. Mai 2020

Tagpfauenauge - gleich wieder frei (Foto: Michael Wißner)

Ein sonnenüberfluteter früher Nachmittag in der Eifel zwischen Quiddelbach und Kottenborn am Nordwesthang der Quiddelbacher Höhe. Absolute Ruhe zu Corona-Zeiten, wären da nicht die in einiger Entfernung und in regelmäßigen Abständen schnell vorbeirauschenden Autos von Audi, BMW und Porsche bei Testfahrten auf der Nordschleife des Nürburgrings auf der Suche nach Rekordzeiten. Unbeeindruckt davon fliegen die Tagfalter auf Partnersuche eher gemächlich ihre Strecken ab.

Michael Wißner (Waldorf) vom BUND als Regionalkoordinator und Helmut Hilberath (Kottenborn) als Zähler nehmen beides wahr auf ihrer Suche nach zählbaren Ergebnissen für ihre Statistiken im Rahmen ihrer Arbeit für das Tagfalter-Monitoring Deutschland. Träger ist das Umweltforschungszentrum (UFZ) Leipzig-Halle in der bundesweit bekannten Helmholtz-Gemeinschaft.

Seit 2005 versucht das UFZ, die Restbestände bzw. die Bestandsentwicklung möglichst vieler Schmetterlingsarten in Deutschland zu erhalten. Die Ergebnisse tragen bei zur Erfüllung der Berichtspflichten innerhalb der Europäischen Gemeinschaft im Rahmen der geltenden Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) und der Biodiversitäts-Konvention.

Im Kreis Ahrweiler gibt es bisher 9 Zählstrecken (Transsekte) zwischen der Grafschaft, Sinzig und Waldorf in relativ niedrigen Lagen. Mit dem neuen Transekt in der Hocheifel erhöht sich jetzt die Zahl mit der Besonderheit der Höhenlage in der Hocheifel. Ein Transekt umfasst hier eine Strecke von 600 Metern mit 12 einzelnen Abschnitten von 50 Meter. Von der Mitte der Gehstrecke aus geht der Zählraum nur jeweils etwa 2,50 Meter nach rechts und links sowie 5 Meter in die Höhe. Die Höhenlage geht von etwa 500 Meter bis auf knapp 590 Meter in unterschiedlichen Ökotopen (Lebensräume): von einer biozertifizierten Wiese mit später Mahd über einen Wegabschnitt mit Baum- und Gebüschbestand sowie anschließend durch eine nur alle drei Jahre mit Gülle gedüngte Grünlandfläche Richtung Naturschutzgebiet (NSG) Quiddelbacher Höhe.

Die ehrenamtlichen Begehungen, Zählungen und Bestimmungen finden von April bis Ende September wöchentlich zwischen 10.00 Uhr und 17.00 Uhr – passende Wetterbedingungen, die die Zähler kennen, vorausgesetzt.

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