Kreisgruppe Ahrweiler

Streuobstwiesen und ihr Schutz

Apfelbäume auf der Streubstwiese (Foto: M. Papenberg)

Die Streuobstwiesen haben in Bad Bodendorf, einem Ortsteil von Sinzig, eine lange Tradition. Bis in die fünfziger Jahre hatte die Obsternte eine große wirtschaftliche Bedeutung für die Selbstversorgung. Von dem fast geschlossenen Baumbestand, der auf alten Luftbildern zu erkennen ist, ist allerdings nur noch ein Drittel übriggeblieben. Die Wiesen werden heute von drei Landwirten einmal im Jahr gemäht.

Der Lebensraum für Tiere und Pflanzen droht zu verschwinden. An einigen Stellen blüht der Große Wiesenknopf, erkennbar an den tiefroten Blütenkugeln. Der Steinkauz, die Charakterart dieses Biotops, lebt hier mit einigen Paaren. Er brütet in den Höhlen alter Bäume und fängt in den kurzhalmigen Wiesen Mäuse, Insekten und Regenwürmer. Um den Niedergang der Obstwiesen zu verhindern, haben sich einige Bad Bodendorfer Bürger zusammengefunden.

 

Aktivitäten des Arbeitskreis

In den letzten 15 Jahren wurde einiges für den Erhalt dieser Kulturlandschaft getan: Helfer und Grundstückseigentümer pflanzten Dutzende Jungbäume. Dabei wurden nur regionale Sorten gewählt. Diese sind an Klima und Boden angepasst, sind widerstandsfähig gegen Krankheiten und haben einen aromatischen Geschmack – geeignet für Saft oder als Tafelobst. Von bestehenden Bäumen wurden Reiser geschnitten, von einer Baumschule auf eine Unterlage gepfropft und auf den Wiesen ausgepflanzt. Die Bäume werden alle mit Schutz aus Pfosten und Draht versehen. Um den Wühlmäusen das Leben schwerer zu machen, werden die Baumscheiben mehrmals im Jahr von Gras befreit. Das besorgen die „Baumpaten“, die sich für die Pflege ihrer Bäume einsetzen. Zum Schutz gegen das Austrocknen wurden die junge Bäume gegossen, insbesondere im letzten trockenen Sommer. In den ersten Jahren benötigen die Obstbäume kräftige Erziehungsschnitte, um gesund und ertragreich zu wachsen.

Auch die alten, vernachlässigten Bäume werden – sofern es sich noch lohnt – geschnitten, damit sie weiterleben und noch Ertrag bringen können. Viele der alten Bäume tragen prächtige Misteln. Diese sehen zwar dekorativ aus, zapfen ihrer Wirtspflanze aber dauernd Nährstoffe ab und schädigen sie auf Dauer. Auch die Misteln werden deshalb entfernt. Darüber hinaus wurden auch Schnittkurse für Vereinsmitglieder angeboten. Als Öffentlichkeitsarbeit wurde am Eingang zur Streuobstwiese, am Eiscafe, eine Informationstafel aufgestellt. Es gab zwei öffentliche Exkursionen durch die Frühlingsobstwiesen. Für die Zukunft hoffen wir auf reiche Ernte unserer neu gepflanzten Bäume.

Der Arbeitskreis ist offen für naturliebende, tatkräftige Menschen, die bei der Pflege der Obstbäume mithelfen wollen. Für die Teilnahme an Pflegemaßnahmen (Mistelschneiden, Gras entfernen, Wässern, Pflanzen) bitte melden bei Michael Papenberg (Tel. 02642 - 90 45 245).

Die BUND-Kreisgruppe hat sich zudem als Baumpate auf der im Herbst 2019 neu angelegten Streuobstwiese des Streuobstvereins "Eifel/Ahr e.V." in Leimbach-Adorferhof in der Hocheifel engagiert. Eine differenzierte Ausarbeitung mit einem Link zu einem 20-minütigen Film zur Entstehung des Projektes in Zusammenarbeit mit der Keisverwaltung Ahrweiler im Naturschutzgroßprojekt "Ober Ahr/Hocheifel" ist in Erarbeitung.       

Kontakte: michael.papenberg(at)natursehen.de 

Winfried Sander, Leimbach, Tel. 02691 - 1476 Mail: umwelt_sander@t-online.de

Die Streuobstwiesen bieten zu jeder Jahreszeit interessante Eindrücke - am meisten natürlich zur Obstblüte und -reife.

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