Kreisgruppe Ahrweiler

Klimaneutrale Landesgartenschau 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler?

Allee im Bereich der zukünftigen LaGa (Foto: Charlotte Farber-Hemeling)

Im April 2019 hat sich in Verbindung mit der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler ein Arbeitskreis Laga 2022 gegründet. Eine kleine Gruppe von Interessierten und Engagierten widmet sich in diesem Arbeitskreis verschiedenen Themen und Aufgaben in Verbindung mit der Landesgartenschau 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das gemeinsame Ziel: Der Natur- und Klimaschutz darf nicht "unter die Räder" kommt. Der Arbeitskreis ist offen für Interessierte. Wir freuen uns über jeden, der sich aktiv beteiligen kann oder will.

Kontaktaufnahme mit Andreas Owald. Mail: Owald(at)online.de, Tel: 02641-3099300.

 

Fotowettbewerb 2020: Unsere Alleen im Spiegel der Jahreszeiten

Mit einer weiteren Runde des Fotowettbewerbs Bad Neuenahrer Alleen soll der Fotowettbewerb in diesem Jahr fortgesetzt werden. Das Thema lautet: „Unsere Alleen im Spiegel der Jahreszeiten“. Hierzu können die Teilnehmer gern auch ältere oder sogar alte, historische Fotos einsenden. Aber auch das beginnende Frühjahr bietet Hobbyfotografen viele schöne Motive. Vielleicht gibt es sogar Luftaufnahmen per Drohne? Bis Ende August können Fotos zu dem diesjährigen Wettbewerb digital eingereicht werden an: owald(at)online.de. Fragen zu dem Wettbewerb beantwortet auch Andreas Owald unter Tel. 02641-3099300. Auch diesmal sind wieder Preise für die Erstplatzierten ausgeschrieben.

 

Gutachten: Mehr Schutz für gesunde Alleebäume

Eine zentrale Aufgabe, die sich der Arbeitskreis Laga 2020 im BUND gestellt hat, ist das Engagement für die Bad Neuenahrer Alleen. Es soll verhindert werden, dass alte, wertvolle und schützenswerte Bäume nur deshalb gefällt werden, weil sie einer kurzfristigen Planungsidee im Wege stehen. Das Ergebnis eines Baumgutachtens, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte, bestätigt: Alle Bad Neuenahrer Alleen sind in einem guten Zustand und damit erhaltenswert. Das Gutachten warnt außerdem ausdrücklich davor, Bäume in Erwartung einer Krankheit oder Schädlingsbefall zu entnehmen. In Anbetracht des Klimawandels mit Trockenperioden werde es zudem schwieriger, Neupflanzungen erfolgreich ins Erwachsenenalter zu überführen. Eine Bestandsverjüngung könnte zum Beispiel in der Ergänzungspflanzung innerhalb bestehender Alleen vorgenommen werden, so das Gutachten.

Als Ergebnis der verschiedenen Aktionen rund um das Thema „Alleen“ wurde ein Kompromiss gefunden: Für die Alleen an der Georg-Kreuzberg- und der Lindenstraße konnte ein kompletter Kahlschlag abgewendet werden. Allerdings hat sich noch nicht bei allen Verantwortlichen durchgesetzt, dass angesichts von Millionen toter Bäume, die der Klimakrise bereits zum Opfer gefallen sind, jeder einzelne gesunde Baum von hohem Wert ist und erhalten werden muss.

 

Ergebnis Fotowettbewerb 2019: So schön sind die Bad Neuenahrer Alleen

Mit einem Fotowettbewerb in Kooperation mit dem BUND wurden schon im vergangenen Jahr viele Menschen auf die Schönheit und die Bedeutung der teilweise über 100 Jahre alten Alleen für das Stadtbild und das Wohlergehen der Menschen und Tiere aufmerksam gemacht. Über 370 Fotos von Alleen in Bad Neuenahr haben Bürger*innen und Gäste der Kreisstadt zu dem Fotowettbewerb „Bad Neuenahrer Alleen“ eingereicht. Eine Jury hat daraus die schönsten Alleefotos des Jahres 2019 ausgesucht und prämiert. „Die Jury hatte keine leichte Aufgabe, denn die Qualität und Vielfalt der eingesandten Fotos war sehr gut,“ sagte Jurymitglied Michael Papenberg bei der Preisübergabe am 18. Oktober 2019 im Mehrgenerationenhaus in Bad Neuenahr.

 

Info-Stand und Bürgerbefragung

Das heiße Wetter am 23. Juni 2019 hat interessierte Bürger*innen und Gäste nicht davon abhalten können, sich am Info-Stand des BUND-Arbeitskreises Laga über das Thema „Bad Neuenahrer Alleen“ zu informieren und sich in vielen Gesprächen einhellig für den Erhalt möglichst aller Alleebäume auszusprechen.

Auch eine improvisierte Befragungsaktion, an der sich rund 400 Personen beteiligten, kam zu einem eindeutigen Ergebnis: für den Erhalt der Alleen. Mit einem Hinweis darauf, dass damit die Stadt und die Laga-Gesellschaft in die Verantwortung genommen sind, wurde das Ergebnis der Befragung dem Ersten Beigeordneten im Rathaus der Stadt Bad Neuenahr übergeben.

 

Ziel 2020: eine Klimaneutrale und barrierefreie Gartenschau

Handlungsbedarf besteht auch nach wie vor, wenn es um die Einhaltung der erklärten zentralen Laga-Ziele „Barrierefreiheit“ und „Klimaneutralität“ geht. Auch hier engagiert sich der AK-Laga in Verbindung mit dem BUND.

Zur Landesgartenschau werden rund 800.000 Besucher erwartet und es ist anzunehmen, dass ein überwiegender Teil mit dem Auto anreist. Die Kapazitäten der Ahrtalbahn reichen nicht aus, um hier eine Entlastung zu bringen. Vorhaben wie der Haltepunkt Bad Neuenahr-Mitte an der Weinbergstraße scheinen nicht weiter verfolgt zu werden. So ist dringend ein schlüssiges Verkehrs- und Parkkonzept gefordert.

Da viele Grünflächen während der 180 Tage Laga nicht ohne Eintritt zu betreten sind, wird es auch zu großen Einschränkungen auf den ohnehin schon stark belasteten Fuß- und Radwegen am Ahrufer kommen. Zur Zeit ist nur ein durchgängiger Radweg für die Dauer der Laga geplant. Auch hier ist also Handlungsbedarf.

 

Aktive Mitwirkung des BUND bei der Laga

Die örtlichen Vereine sind gefragt, um bei der Laga mitzuwirken und interessante Programmpunkte einzubringen. Bereits in der ersten Projektphase der Laga (lange bevor die Idee bekannt wurde, dass 200 Alleebäume gefällt werden sollen), hat der BUND u.a. die Erstellung einer Präsentation über den gesamten Verlauf der Ahr angeboten.

Denn: Kernstück der Laga wird die Ahr sein. Von der Quelle bis zur Mündungen ist sie als FFH (Fauna-Flora-Habitat)-Gebiet ausgewiesen und daher besonders geschützt. Der Beitrag des BUND zur Laga könnte die Darstellung der besonderen Naturvernetzung sein, die erforderlich ist, damit sich Arten ungehindert räumlich ausbreiten können.

Auch zu diesem Themenkomplex sind die Beteiligten weiterhin im Gespräch.

Artenvielfalt dokumentieren

Um die Tier- und Pflanzenwelt der Alleen und der Flusslandschaft der Ahr (FFH-Gebiet) wirkungsvoll zu schützen und unnötige oder gar schädliche Eingriffe zu verhindern, brauchen wir vor allem Fakten: Welche Arten gibt es? Wie ist die Populationshäufigkeit? und weitere Fragen! Mitglieder des Arbeitskreises sind kontinuierlich dabei, besonders geschützte Arten festzustellen, beispielsweise Fledermäuse, Spechte u.a., damit deren Lebensräume erhalten werden. Zwei nächtliche Termine zur Fledermaus-Beobachtung wurden bereits wahrgenommen. Denn: Das gesamte Gebiet rechts und links der Ahr ist FFH-Gebiet und als Wanderungs- bzw. Austauschgebiet für Tiere und Pflanzen von immenser Bedeutung.

Regelmäßige Vogelwanderungen und Vogelstimmen-Exkursionen machen die Natur auch für interessierten Laien erfahrbar. Für fachkundige Leitung dabei sorgt der Vogelkundler Klaus Puchstein. Die nächsten Termine werden veröffentlicht.

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