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Kreisgruppe Ahrweiler
Wirftbach Karte

Bachpatenschaften Wirftbach und Honerather Bach in der Eifel

Arbeitseinsatz am Wirftbach im Januar 2016: BUND-Aktive entfernen Fichten (Foto: Georg Schiffer)

Eine Bachpatenschaft ist in Rheinland-Pfalz eine gemeinnützige und ehrenamtliche Tätigkeit im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Gewässerunterhaltung. Bachpaten setzen sich für die ökologische Verbesserung eines Gewässer ein und fördern seine naturnahe Entwicklung. Im Rahmen einer solchen Bachpatenschaft betreut die BUND-Kreisgruppe Ahrweiler in der Verbandsgemeinde Adenau den Quellbereich des Wirftbachs und Hatzenbachs einschließlich der kleinen Verästelungen in Rinnsalen.

Die Bachpatenschaft am Wirftbach spricht besonders Schulen an, deren Schüler so die Chance haben, aktiv und hautnah Gewässer zu beobachten, weiterzuentwickeln und zu schützen. Mit Winfried Sander als Initiator der Bachpatenschaft steht nicht nur ein fachlich, sondern auch pädagogisch versierter Kopf für die Arbeit zur Verfügung. Sander ist ehemaliger Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Ahrweiler und pensionierter Lehrer.

Die Bachpatenschaft, in der Karte mit der gelben Linie gekennzeichnet, erstreckt sich über die Quellbereiche des Wirft- und Hatzenbachs bis zur Bundesstraße B 257 (renaturierter Bereich im Sinne der Kompensationsmaßnahme für den Eingriff beim Fahrsicherheitszentrum I), dann über den (noch zu renaturierenden) Wiesenbereich bis zum Beginn des Eintrittes des Baches in den Waldbereich. Länge: ca. 2,8 km mit allen Verästelungen in die namenlosen Rinnsale.  

 

Bisherige Aktionen für den Schutz des Wirftbaches

In den letzten Jahren sind viele Maßnahmen durch die BUND-Kreisgruppe Ahrweiler an dem kleinen Gewässer, dritter Ordnung in der Unterhaltungspflicht der Verbandsgemeinde Adenau, unternommen worden.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme am Bach mit Blick auf die Gewässergüte (organische Belastung) und Gewässerstrukturgüte (ökologische Qualität des Lebensraumes) wurden in mehreren Aktionen im Winter standortfremde kleinere Nadelbäume (vorherrschend Fichten) in der Naturverjüngung durch die Kreisgruppe entfernt. Diese Aktion wird regelmäßig alle zwei Jahre mit der neu aufkeimenden Naturverjüngung durch die angrenzenden Fichtenbestände durchgeführt. Bei der Entfernung der großen und wirtschaftlich relevanten Fichten aus der Aue des Gewässers war die Unterstützung des Forstamtes in Adenau gesichert!

Die inselhafte Einbringung von gewässertypischen Eschen zur Initialzündung war zunächst erfolgreich, bis das so genannte „Eschensterben“ durch einen Pilz („Falsches Weißes Stängelbecherchen“) eine Vielzahl junger Bäume vernichtete. Auf Anraten des Forstamtes in Adenau wurden inselhaft am Rand der Aue Flatterulmen gepflanzt, die nach bisheriger Erfahrung aus anderen Regionen widerstandfähig gegen den Pilz sind - und bisher wunderbar gedeihen!

Da der Wirftbach unmittelbar an die Veranstaltungsflächen des Nürburgrings angrenzt – hier besonders mit Parkplätzen, die zum Beispiel bei der jährlichen Großveranstaltung „Rock am Ring“ intensiv als Campingfläche genutzt werden – waren Maßnahmen durch die Besitzer der Flächen (Nürburgring GmbH und die Gemeinde Nürburg) notwendig zum Schutz des Gewässers in seinem Quellbereich. Weiteres Befahren durch geländegängige Fahrzeuge, Campen unmittelbar im Bereich der Aue und Ablagerung von Müll jeglicher Art wurden nach und nach durch die Errichtung von starken Zäunen unterbunden, wie Kontrollen durch den BUND nach der Veranstaltung ergaben.

Das Regenrückhaltebecken aus dem Oberflächenwasser („graues Wasser“) der Anlagen und Flächen des Nürburgrings im Bereich von Start und entwässert behördengemäß in den Wirftbach. Vor und nach der Musikveranstaltung sind optische Kontrollen mit Blick auf die mögliche Trübung des Gewässers und auch im Hinblick auf Geruch erforderlich – weitere chemische Analysen ergaben nach einem erheblichen Zwischenfall in den 2000er Jahren (also vor der Bachpatenschaft) bisher keine weiteren Hinweise auf Unregelmäßigkeiten.

Der Wirftbach wurde im oberen Quellbereich schon in den 1990er Jahren mit erheblichen Mitteln durch eine Ausgleichsmaßnahme wegen eines Eingriffs in Natur und Landschaft durch den Bau des Fahrsicherheitszentrums I durch die Nürburgring GmbH in Richtung „naturnah“ gelenkt.

Der BUND leistet hier mit der Bachpatenschaft einen erheblichen Beitrag zur weiteren strukturellen Entwicklung eines kleinen Gewässers.

Eine ganz besonderes Projekt ist die Bachpatenschaft am Honerather Bach, einem sehr kleinen Gewässer dritter Ordnung und auch in der Unterhaltungspflicht der Verbandsgmeinde Adenau.   

Die Besonderheit: Zwei Schulen, die Hocheifelschule (Realschule Plus) und das Erich-Klausener-Gymnasium in Adenau haben als erste Schulen in Rheinland-Pfalz eine gemeinsame Patenschaft für ein Gewässer übernommen, die BUND-Kreisgruppe unterstützt als weiterer Pate die Arbeiten am Gewässer.

Eine differenzierte Darstellung des Projektes in in Vorbereitung!

Ansprechpartner ist der Leiter des AK Bachpatenschaft Wirftbach:

Winfried Sander

Bellerwiese 32, 53518 Leimbach 

Tel:  02691-1476 Mail: umwelt_sander@t-online.de

 

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