BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Widerstand gegen den Bau der A 1

Der Eifel droht eine gewaltige Naturzerstörung durch den geplanten Neubau der A1 - eine unendliche Geschichte

Das Thema Neubau der A1 beschäftigt die BUND Kreisgruppe Ahrweiler nun schon seit vielen Jahren und ein Ende ist nicht in Sicht.



Noch unzerstörte Eifellandschaft: Blick von der Straße zwischen Marthel (Hümmel) und Wershofen in Richtung Effelsberg/Altenahr. Foto: Ulrich Vogel

Autobahn A 1 ist weder grün noch sozial - BUND und Initiativen aus Rheiland-Pfalz kündigen scharfe juristische Auseinandersetzung an.

MAINZ/DÜSSELDORF/BLANKENHEIM, 21.03.2012

Gemeinsame Presseinformation des BUND RLP/NRW, der BI gegen den Weiterbau der A1 e.V. Blankenheim und des VCD Rheinland-Pfalz

„Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Wieder einmal soll aus Gründen des Machterhalts wertvolle Natur und die verkehrspolitische Vernunft dem ungehemmten Straßenbau geopfert werden. Das werden wir juristisch zu verhindern wissen. Die Autobahn ist weder grün noch sozial, also weder ökologisch vertretbar, noch notwendig, noch schafft sie Arbeitsplätze“, so die beiden von der Eifelautobahn betroffenen Landesverbände des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND und weitere A1-Gegner in einer gemeinsamen Erklärung. Nach der Entscheidung von Rot-Grün in Mainz, die A1 mit einem weiteren großen Teilstück für den nächsten Bundesverkehrs-wegeplan zu melden, kommen jetzt auf beide Landesregierungen wohl heftige juristische Auseinandersetzungen zu. Die entsprechenden Gremienbeschlüsse dazu liegen bereits vor.

„Wider jeglichen Augenmaßes für die Erfordernisse eines zukunftsfähigen und nachhaltigen Mobilitätskonzeptes haben SPD und Grüne erneut einen Kniefall vor der Wirtschaftslobby gemacht. Auch wenn die Vorgängerregierungen mit kleineren Teilstücken bereits teure Fehlentscheidungen getroffen haben, so besteht immer noch die Möglichkeit zur Umkehr. Von einem‚ alternativlosen Lückenschluss‘ kann keine Rede sein, denn mit der B 51/A60 von Blankenheim nach Bitburg-Trier-Saar und der A 61 nach Rhein-Main stehen leistungsfähige Fernverbindungen zur Verfügung. Sämtliche Verkehrsprognosen der Planungen sind fehlerhaft und völlig überzogen, rechnet man doch weiterhin mit einem hohen Zusatzverkehr vom Nürburgring, bekanntlich insolvent, und Flugplatz Hahn, ebenfalls mit rückläufiger Tendenz. Hier hätten wir von der neuen SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer ein Moratorium und ein neues solides Nachdenken statt solcher Basta-Beschlüsse erwartet“, so Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk aus Koblenz. „Eine Region mit niedriger Arbeitslosigkeit, aber unterentwickeltem Nahverkehr mit Transitpisten zu beglücken, ist enttäuschend rückwärtsgewandt.“

„Diese Autobahn wäre auch als Angebot für den Ortsumgehungsverkehr nicht von Nutzen. Eher werden neue Zubringerverkehre ausgelöst, die die Ortslagen zusätzlich belasten würden“, so Heide Weidemann, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz und Beisitzerin im VCD Rheinland-Pfalz. „Wenn es stellenweise einige neuralgische Punkte gibt, sind sie durch kleine Maßnahmen wie Kriechspuren oder Umgehungen einfacher und entschieden billiger zu lösen. Hier wird wieder mal nur Geld ausgegeben, dass wir eigentlich gar nicht haben, um Dinge zu verwirklichen, die wir nicht brauchen. Umweltverbände, Bürgerinitiativen sind darum zutiefst enttäuscht. Der Kampf gegen die unsägliche A1 geht damit in die nächste Runde!“

Das sieht auch Volker Hoffmann (BI Blankenheim und BUND-Beauftragter für die A1 aus NRW) so. Er weist darauf hin, „dass die noch im rot-grünen Koalitionsvertrag versprochene Untersuchung der Nullvariante oder ökologisch weniger schädlicher Lösungen schon zwei Jahre nach der Wahl über Bord geworfen wurden. Zahlreiche geschützte Arten und Lebensräume könnten vor der Zerstörung durch einen zweifelhaften Fortschritt bewahrt bleiben, die Gefährdung der Trink- und Mineralwasservorkommen vermieden und die Verlärmung und Zerschneidung der Erholungslandschaft gestoppt werden, nähme man die detaillierten Gutachten und Einwendungen der Umweltverbände endlich zur Kenntnis. Dies werden wir nun durch Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten erzwingen müssen, sowohl im Abschnitt Blankenheim-Lommersdorf als auch in Rheinland-Pfalz, und notfalls bis hin zum Europäischen Gerichtshof. Die Grünen haben sich nach der Kabinettsentscheidung aus dem Kreis der Naturbewahrer ohne Not wohl endgültig verabschiedet.“

Weitere Informationen:

 


zum Bericht in Blick aktuell Adenau, Ausgabe vom 30.03.2013

BUND: Eifel - raus aus der Sackgasse A 1 - Pressemitteilung der BUND Kreisgruppe Ahrweiler


BAD NEUENAHR-AHRWEILER, 06.10.2012


Langsam dämmert es: Wer sich die Landkarte von Deutschland und Europa ansieht und von einer Transitautobahn A 1 von Skandinavien nach Gibraltar schwadroniert, der hat in der Schule (zu) wenig über Topographie und Ökonomie gelernt, von Ökologie ganz zu schweigen. Ganz neue und weniger kostenaufwändige Autobahnlinien wurden seit Jahrzehnten gebaut und werden intensiv genutzt.


zur Pressemitteilung


Kippt jetzt die A1-Planung? - Über 600 schriftliche Bedenken gegen weiteren Bauabschnitt der Eifel-Autobahn


Übergabe von rund 600 Einwendungen bei der Bezirksregierung in Köln


Aufkleber "Nein zur A1, Ja - Mensch und Natur"


Begleitend zur Unterschriftenübergabe - Transparent "A 1 Klimawandel - Artensterben"

KÖLN, 17.12.2012

BUND, NABU, Bürgerinitiativen und zahlreiche Einzelpersonen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz reichten Einwendungen gegen Planfeststellungsabschnitt Blankenheim-Lommersdorf ein.

Über 600 schriftliche Einwendungen mit schweren Bedenken gegen den Weiterbau der A1 gingen bis Dienstag-Mitternacht, dem letzten möglichen Termin, bei der federführenden Bezirksregierung Köln ein. Persönlich hatte tags zuvor eine Abordnung der Bürgerinitiativen und Umweltverbände aus den beiden betroffenen Ländern NRW und Rheinland-Pfalz dem Abteilungsdirektor Verkehr, Manfred Richter, einen dicken Ordner und mehrere Einzelschreiben überreicht. In freundlicher Atmosphäre erläuterte dieser das weitere Verfahren: Nach Prüfung durch den Straßenbetrieb NRW erhalten alle Einwender eine schriftliche Stellungnahme. Dies dürfte einige Monate in Anspruch nehmen. Die Verbände sind davon überzeugt, dass bei sachlicher Abwägung der Kritikpunkte die Planung entschieden verändert bzw. in dieser Form eingestellt werden muss: „Die Einwände gegen den Weiterbau der A1 sind so massiv und vielfältig, dass wir davon ausgehen, dass die Autobahn in nächster Zeit nicht und schon gar nicht in dieser Form weitergebaut wird“, meint BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk aus Koblenz.

Die beiden Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund NABU hatten in gemeinsamen sehr detaillierten Stellungnahmen das Projekt regelrecht zerpflückt. Ein Gutachterbüro wies im Auftrag des NABU nach, dass die der Planung zu Grunde liegenden Verkehrsprognosen veraltet, völlig überhöht, teils offenkundig falsch sind. Bialk: „Bei sinkenden Bevölkerungszahlen werden auch weiterhin die vorhandenen Bundesfernstraßen A 61 und B51/A60 ausreichen. Alles andere wäre Steuergeldverschwendung.“ Wesentliche naturschutzfachliche Gesichtspunkte, die sich aus EU-Recht und dem Bundesnaturschutzgesetz ergeben, seien bisher unberücksichtigt geblieben, der Artenschutz nicht ausreichend gewürdigt, schonendere Varianten nicht untersucht. Die vorliegende Planung müsse deshalb verworfen werden. BI-Sprecher Volker Hoffmann: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Gericht dieses Verfahren den Straßenbauern so durchgehen lässt.“ Als Salamitaktik bezeichnen die Autobahngegner die Zerteilung der Strecke in kleinste Bauabschnitte. Der nun anstehende 6-Kilometer-Abschnitt Blankenheim – Lommersdorf habe verkehrstechnisch keinerlei eigenen Nutzen, das sei unzulässig. „Das kennen wir auch aus anderen Verfahren. So werden Fakten geschaffen und dann geht es weiter nach dem Motto: Jetzt ist schon soviel Geld ausgegeben worden, da können wir nicht mehr aufhören“, empört sich Heide Weidemann aus Erden, Stellvertretende Landesvorsitzende des BUND RLP. Rheinland-Pfalz mache Druck von Süden, und die NRW-Regierung wolle ein Stückchen entgegen kommen. Das Nachsehen hätten vor allem eine überaus schützenswerte Natur und der Eifeltourismus, ein auch wirtschaftliches Standbein der Region. Das werden wir nicht hinnehmen.

zur Pressemitteilung

 

Für Rückfragen:

BUND Rheinland-Pfalz, Egbert Bialk, Tel. 0261-94249638

BUND Nordrhein-Westfalen, Paul Kröfges, Tel. 0173-2794489

Bürgerinitiative gegen den Weiterbau der A1 e.V., Volker Hoffmann, Tel. 02447-8285

 


 

Bericht im Trierischen Volksfreund vom 14.12.2012: Naturschützer machen gegen A 1 Weiterbau mobil


BLANKENHEIM/DAUN, 14.12.2012

Die Diskussion um den Weiterbau der A 1 geht in die nächste Runde. Während Wirtschaft und Bürgerinitiativen sich für den Lückenschluss einsetzen, rufen Naturschützer und andere Bürgerinitiativen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu Einwendungen gegen den Planfeststellungsabschnitt Blankenheim-Lommersdorf auf.

Zwischenzeitlich sind Planfeststellungsunterlagen für einen weiteren Bauabschnitt - den von Blankenheim bis Lommersdorf (Nordrhein-Westfalen) - offengelegt worden. Die Federführung liegt beim Land Nordrhein-Westfalen. Einwände gegen die Planung können noch bis Dienstag, 18. Dezember, bei der Bezirksregierung in Köln geltend gemacht werden. Dazu rufen Naturschutzverbände und Initiativen aus beiden Ländern auf.

Quellbäche gefährdet

Die wichtigsten Kritikpunkte gegen den Weiterbau der A1 sind für die Naturschützer die Belastung der anliegenden Dörfer, insbesondere Dorsel, mit Lärm, Abgasen, Streusalz, Öl oder Oberflächenwasser. Zudem würden weitere Straßenbauten wie die Umgehung Hillesheim parallel vorangetrieben, Bus und Bahn gerieten weiter ins Abseits, und die A 1 würde die Region kaum vom Schwerlast-Verkehr entlasten, denn dieser würde weiterhin über die A 61 nach Rhein-Main und die B 51/A 60 nach Luxemburg/Saar /Frankreich fahren. Auch liege eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die gesamte Strecke immer noch nicht vor. Zahlreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie Quellbäche würden zerstört.

Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk (Koblenz) vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ist aufgrund der gut anlaufenden Mobilisierung überzeugt, dass das Projekt noch gestoppt wird. Die Lücke in der Eifel auf der A 1 zwischen Blankenheim in Nordrhein-Westfalen und der Anschlussstelle Kelberg (bei Dreis-Brück) ist noch rund 25 Kilometer lang. Das 2,2 Kilometer lange Teilstück zwischen der Anschlussstelle (ASS) Gerolstein und der ASS Kelberg ist im August 2012 geschlossen worden. Die Kosten für den Lückenschluss werden auf etwa 320 Millionen Euro geschätzt. Während sich Naturschützer in beiden Bundesländern gegen den Lückenschluss einsetzen, haben die Befürworter des Lückenschlusses rund 38 000 Unterschriften für den Lückenschluss im Verkehrsministerium in Mainz abgegeben. Auch die rot-grünen Koalitionspartner in Mainz sind sich noch uneins, ob die Lücke noch geschlossen wird. Die Grünen lehnen die vorgeschlagene Trasse bislang aus Naturschutzgründen ab.

mh/sts

zum Bericht

 

BUND PM: Länderübergreifender Widerstand gegen die Eifelautobahn A 1


DÜSSELDORF/MAINZ, 10.12.2012

BUND und Bürgerinitiativen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz rufen zu Einwendungen gegen Planfeststellungsabschnitt Blankenheim-Lommersdorf auf. Eingaben bei der Bezirksregierung Köln sind noch bis 18.12. möglich.

Der Konflikt um den Weiterbau der Eifelautobahn A1 geht in die nächste Runde. Trotz erheblicher naturschutzfachlicher und verkehrspolitischer Bedenken von Umweltverbänden und Betroffenen sind auf Druck der SPD-geführten Landesregierungen in Mainz und Düsseldorf die Planfeststellungsunterlagen für einen weiteren Bauabschnitt, nämlich von Blankenheim nach Lommersdorf, offengelegt worden. Die Federführung liegt beim Land NRW, es können jedoch alle Bürgerinnen und Bürger oder Verbände Einwendungen einbringen, und zwar noch bis zum 18.12.2012 bei der Bezirksregierung Köln, Zeughausstraße 2-10, 50667 Köln.

Hierzu rufen zahlreiche Naturschutzverbände und Initiativen aus beiden Ländern auf. Vor einigen Wochen hatten sie bereits in Bad Neuenahr-Ahrweiler ihr Vorgehen für den Fall der Weiterplanung abgesprochen. Inzwischen sind detaillierte Einsprüche in Bearbeitung, und auch eine Mustereinwendung für autobahnkritische Bürger/innen wurde veröffentlicht. Sie kann z.B. unter ahrweiler.bund-rlp.de oder bund-nrw.de oder der örtlichen Bürgerinitiative heruntergeladen, individuell ergänzt oder verändert und unterzeichnet werden. Hierin sind die wichtigsten Kritikpunkte gegen den Weiterbau der A1 aufgeführt, z.B.:

 

BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk (Koblenz) ist auf Grund der gut anlaufenden Mobilisierung überzeugt, dass hunderte an Einwendungen in Köln eingehen werden und das Projekt noch gestoppt wird: „Vielleicht müssen dann auch die Gerichte den Landespolitikern klarmachen, dass eine solche Planung sorgfältiger den Umwelt- und Naturschutz beachten muss.“ Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND in NRW ruft dazu auf, im Widerstand gegen diesen verheerenden Eingriff nicht nachzulassen: „Es droht die weitere Zerschneidung unserer Landschaft, der Verlust alter Waldbestände und der Lebensräume zahlreicher seltener Arten. Auf der anderen Seite schaffen wir es kaum noch, das bestehende Straßennetz in Ordnung zu halten, dies sollte Vorrang haben vor dem Bau immer neuer Trassen“. Volker Hoffmann, Sprecher der Blankenheimer „Bürgerinitiative gegen den Weiterbau der A1 e.V.“ weist ebenfalls auf die gut ausgebaute Verbindung über die B51 hin. „Es ist zu hoffen, dass die immensen Steuermittel nicht für solch schädliche und verkehrstechnisch überflüssige Großprojekte verschwendet werden und der Bundesverkehrswegeplan bald dem tatsächlichen Bedarf und den leeren öffentlichen Kassen angepasst wird“, so Hoffmann.

 

Für Rückfragen:

BUND Rheinland-Pfalz, Egbert Bialk, 0261-94249638

BUND Nordrhein-Westfalen, Paul Kröfges, 0173-2794489

Bürgerinitiative gegen den Weiterbau der A 1 e.V., Volker Hoffmann, 02447-8285

Zu den Mustereinwendungen und weitere Informationen:

- http://ahrweiler.bund-rlp.de/

- http://bund-nrw.de/

 

zur Pressemitteilung

 

Unterschriftenaktion - BUND und NABU haben grundsätzliche Bedenken gegen den Ausbau der A1

DÜSSELDORF UND MAINZ, 25.11.2012

Die BUND Landesverbände Nordrhein- Westfalen und Rheinland-Pfalz haben eine Unterschriftenaktion gegen den Ausbau der A1 gestartet. Unabhängig davon können auch Einzeleinwendungen eingereicht werden. Unterschreiben auch Sie - jede Stimme zählt! Die Aktion geht bis zum 18.12.2012!

Hintergrundinformation:

Die vorliegende Planung läßt eine Auseinandersetzung mit einem konkreten
verkehrlichen Bedürfnis für den "Neubau der A 1" zwischen AS Blankenheim
und AS Lommersdorf nicht erkennen. Die Aufnahme in den Bedarfsplan
bedeutet keine Vorprägung oder Vorwegnahme der Entscheidung über die
Zulässigkeit des Vorhabens. Diese Aufnahme läßt die Prüfung, ob die
Maßnahme erforderlich ist ("Nullvariante") oder ob durch Ausbau des
vorhandenen Straßennetzes den verkehrlichen Bedürfnissen Rechnung
getragen werden kann, nicht entbehrlich werden. Liegen entsprechende
Anhaltspunkte vor, ist eine Prüfung erforderlich, ob unüberwindbare
gegenläufige Belange dazu nötigen, von der Planung Abstand zu nehmen. In
den vorliegenden Unterlagen finden sich hierzu keine oder lediglich
pauschal gehaltene Angaben.

Schadensvermeidung ist für die Planungsbehörde offensichtlich selbst
dort nicht angezeigt, wo sich entsprechende Maßnahmen aufdrängen, z.B.
Rückbau der L115 bis zur Einmündung der K79. Die angedachten
Ausgleichsmaßnahmen sind nicht annähernd geeignet die durch Bau und
Betrieb verursachten Schäden auszugleichen; teilweise sind sie für den
Naturhaushalt eher schädlich, zumindest aber fragwürdig (z.B.
Aufforstung von Ackerland). Besonders fragwürdig ist die geplante
Renaturierung des belasteten ehemaligen Werksgeländes der Fa. Ruhr.
Umfangreiche Straßenneu- und -ausbauten, werden notwendig um diese
Trasse an der Anschlußstelle Lommersdorf an das großräumige Straßennetz
anzubinden. Diese Kosten und Auswirkungen bleiben unberücksichtigt,
obwohl sie in direktem Zusammenhang mit der hier vorliegenden Planung
stehen. Dies wird in die kleineren Ort mehr Verkehr bringen und nicht
weniger! Liegen die Pläne schon in der Schublade?


Unterschriftenaktion

Mustereinwendung

BAD NEUENAHR-AHRWEILER, 06.10.2012

Langsam dämmert es: Wer sich die Landkarte von Deutschland und Europa ansieht und von einer Transitautobahn A 1 von Skandinavien nach Gibraltar schwadroniert, der hat in der Schule (zu) wenig über Topographie und Ökonomie gelernt, von Ökologie ganz zu schweigen. Ganz neue und weniger kostenaufwändige Autobahnlinien wurden seit Jahrzehnten gebaut und werden intensiv genutzt...

mehr in der  Pressemitteilung der BUND Kreisgruppe vom 06.10.2012

BAD NEUENAHR-AHRWEILER, 14.02.2012

Die BUND Kreisgruppe Ahrweiler fordert einen sofortigen Baustopp der geplanten Bauarbeiten zum Lückenschluss der A1.  Kreisvorsitzender Reinhard van Ooyen: "Während woanders der Straßenbau sanft geregelt wird, geht es bei uns mit der Umweltzerstörung weiter, als beträfe es uns und die kommenden Generationen gar nicht."

mehr in der  Berichterstattung der Rhein-Zeitung vom 14.02.2012

Thomas Brötz, stellvertretender Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Ahrweiler, griff das Thema zusammen mit Ulrich Vogel am 11.11.2011 mit einem Leserbrief ebenfalls auf.

BAB muss raus aus europäischen Naturschutzgebieten!

BUND fordert Verlegung der geplanten Autobahntrasse – Natur- und Umweltzerstörung durch geplanten Neubau sind nicht ausgleichbar!

 

Wenn die Politiker einen zügigen Lückenschluss der Autobahn A 1 fordern, so ist zuerst einmal zu sagen, dass es sich bei dem fehlenden Teilstück der A1 nicht um einen „Lückenschluss" von vielleicht einigen hundert Metern, sondern um einen Autobahnneubau von rd. 25 km Länge handelt.



Noch unzerstörte Eifellandschaft mit geplantem Trassenverlauf (rote Punkte). Foto: Ulrich Vogel

 

Eine klare Mehrheit für den „Lückenschluss“? Nein, bei weitem nicht! Aber man befragt ja nur die Befürworter. Wollte man die wirkliche Einstellung der Bürger wissen, müsste man einmal ehrlich über die Vor- und Nachteile der derzeit geplanten Trasse aufklären und dann eine Bürgerbefragung durchführen. Wenn die Politiker allenthalben neue Arbeitsplätze, prosperierende Gewerbegebiete für die Region versprechen, sind sie entweder schlecht informiert oder sagen bewusst die Unwahrheit. Entwicklungsschübe wie sie mit der Fertigstellung der A61 in den frühen 70er Jahren verbunden waren, werden sich nicht wiederholen. So berichtete der Trierische Volksfreund bereits vor Jahren über die enttäuschten hohen Erwartungen, die mit der Fertigstellung der A 60 zwischen Bitburg und Wittlich verbunden waren. Die große Hoffnung auf ein Jobwunder ist dort längst verpufft. Auf den prophezeiten Boom warten die Eifelgemeinden noch heute. Das gleiche wird für den geplanten Neubau der A1 gelten. Natürlich wird es einige wenige Firmen geben, die vom geplanten Neubau profitieren, aber profitiert die Mehrheit der Bevölkerung?

Durch die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag sind die Planungsbehörden in Rheinland-Pfalz und – wie zu hören - NRW nunmehr gezwungen, nochmal neu über die verkehrlichen Zusammenhänge und Notwendigkeiten der geplanten A1 nachzudenken. Der BUND erwartet bereits seit einigen Jahren die Vorlage einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung nach EU-Richtlinien für das gesamte noch fehlende Teilstück der A1. Mit einer "Salamitaktik" hat man das Bauvorhaben bisher in mehrere Teile zerstückelt, um sich vor einer umfassenden Gesamtbewertung zu drücken.



Naturzerstörung durch A1 Baustelle im Bauabschnitt Daun-Kelberg. Foto: Ulrich Vogel

 

Aus Sicht des BUND liegen die Probleme seit Jahren bei den Planungsbehörden, die mit missionarischem Eifer an der aktuellen, umweltunverträglichen Trassenführung der BAB A1 festhalten.

Das im Vorentwurf am 7.10.2009 von NRW vorgestellte Teilstück endet bei Lommersdorf vor einem besonders schützenswerten Waldgebiet, dass von den Planern in Rheinland-Pfalz kaum noch umgangen werden kann. Eine qualifizierte und nach europäischem Recht (UVP-Gesetz und FFH-Richtlinie) nötige Umweltverträglichkeitsprüfung für die drei ausstehenden Planungsabschnitte der BAB A1, mit Prüfung wirklicher Alternativen und Prüfung einer Nullvariante fehlt bis heute. Dabei sieht der BUND durchaus die Chance einer für alle Seiten möglichen Kompromisslösung bei Verlegung der Trasse aus den zahlreichen europäischen Schutzgebieten. Auch wäre ggf. zu prüfen, ob längere Tunnelabschnitte zum Lärmschutz der Bevölkerung - bei Verlegung der Trasse - in die Planung integriert werden können. Die ökologische Bedeutung des Naturraumes hat letztlich dazu geführt, dass die Planungen mit dem Vermerk „besonderer naturschutzrechtlicher Planungsauftrag" im Bundesverkehrswegeplan versehen wurden. Die derzeit bekannten Planungen widersprechen allerdings nach wie vor diesen Planungsvorgaben sowie europäischem Umweltrecht. Trotz einiger Nachbesserungen bestehen in der Abwasserbehandlung noch erhebliche Mängel. Die Salzfracht würde die Laichgewässer der Ahr und ihrer Zuflüsse schädigen. Dies wurde auch seitens der Wasserwirtschaft bemängelt. Auch die nachhaltige Trinkwassergewinnung in der Nohner Kalkmulde scheint gefährdet. Die Schäden an der schutzwürdigen Natur und Umwelt sind in der jetzigen Planung nicht ausgleichbar.



Ebenfalls Bauabschnitt Daun-Kelberg. Foto: Ulrich Vogel

 

Ins Reich der Phantasie gehört die Forderung der Politik, dass der Neubau des A1 Teilstückes der Tourismusbranche neue Perspektiven eröffnen wird, da Urlauber das Erholungsgebiet viel schneller und angenehmer erreichen können! Ein zerstörtes Stück der schönsten Eifel wird keine Urlauber anziehen und einige Minuten längere Fahrzeit zum Urlaubsziel werden Urlauber gerne in Kauf nehmen. Ein intakter Naturraum ist das Kapital der Zukunft und wird über den Tourismus Arbeitsplätze schaffen.

Auf einen Artikel in der Eifelzeitung vom 16.02.2011, in dem ein zügiger Weiterbau der Autobahn gefordert wird, hat BUND Mitglied Ulrich Vogel aus Winnerath mit einem Leserbrief reagiert, der am 23.02.2011 erschienen ist. 

Leserbrief von Ulrich Vogel, Winnerath, 18.02.2011

Wenn die CDU-Bundestagsabgeordneten Patrick Schnieder und Detlef Seif der rot-grünen Regierung in Nordrhein-Westfalen eine Verzögerungstaktik unterstellen, so ist zuerst einmal zu sagen, daß es sich bei dem fehlenden Teilstück der A1 nicht um einen „Lückenschluss" (von vielleicht einigen hundert Metern), sondern um einen Autobahnneubau von ca. 30 km Länge handelt.

Was die beiden Herren hier behaupten ist reines Wahlkampfgetöse. Die Herren wissen genau, dass die Probleme seit Jahren bei den Planungsbehörden liegen. Die Planungsbehörden haben von Angang an eine eine umfassende UVP für das gesamte Teilstück der A1 verweigert.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach modernem Standard (EU) mit der Prüfung wirklicher Alternativen fehlt. Wenn in Ihrem Kommentar davon gesagt wird: „Um möglichst wenige Eingriffe in Natur und Landschaft zu verursachen, werden bei dieser Teilstrecke acht große Talbrücken mit einer Länge von 100 bis 330 Metern errichtet. Weiterhin ist der Bau von sieben kleineren Brücken für Wildtiere vorgesehen, die vor allem in Waldgebieten über die A 1 führen werden.“ zeigt dies, daß sie die größten Probleme nicht verstanden haben.

Gerade die vielen und großen Brücken stellen gravierende Eingriffe in die Natur dar und gerade kleinere Wildbrücken werden von den Wildtieren nicht angenommen. Die groben Fehler der Planer wie z.B. unzureichende Wildbrücken von nur 25 m Breite (die im neuen NRW-Entwurf verbreitert wurden) statt längerer Tunnelabschnitte wie in Thüringen haben letztlich dazu geführt, daß die Planungen mit dem Vermerk „besonderer naturschutzrechtlicher Planungsauftrag" im Bundesverkehrswegeplan versehen wurden. Die derzeitigen Planungen widersprechen nach wie vor in eklatanter Weise dem Landesgesetz über Naturschutz und Landschaftspflege und den Forderungen im Raumordnungsbericht der Landesregierung von 1989. Trotz einiger Nachbesserungen bestehen in der Abwasserbehandlung noch erhebliche Mängel. Die Salzfracht würden die Laichgewässer der Ahr und ihrer Zuflüsse schädigen. Dies wurde auch seitens der Wasserwirtschaft bemängelt. Die Schäden an Natur und Umwelt in der derzeitigen Planung sind unausgleichbar.

Wenn die CDU-Bundestagsabgeordneten Patrick Schnieder und Detlef Seif neue Arbeitsplätze, prosperierende Gewerbegebiete für die Region versprechen sind sie entweder schlecht informiert oder sagen bewusst die Unwahrheit. Entwicklungsschübe wie sie mit der Fertigstellung der A61 in den frühen 70er Jahren verbunden waren werden sich nicht wiederholen. So berichtete der Trierische Volksfreund am 13.6.2005 über die enttäuschten hohen Erwartungen, die mit der Fertigstellung der A 60 zwischen Bitburg und Wittlich verbunden waren. Die große Hoffnung auf ein Jobwunder ist längst verpufft. Auf den prophezeiten Boom warten die Eifelgemeinden noch heute. Das gleiche wird für den geplanten Neubau der A 1 gelten. Beton ernährt nur wenige Menschen, eine gewachsene Kulturlandschaft jedoch viele Menschen.

Wenn jemand behauptet: "Die Nord-Süd-Verbindung der A 1 von der Ostsee bis zur französischen Grenze bei Saarbrücken gehört besonders für den internationalen Transitverkehr zu den wichtigsten Bundesautobahnen Deutschlands“. Da muß man bezweifeln ob der Betreffende schon einmal eine deutsche Straßenkarte in der Hand gehabt hat. Natürlich wird eine neue Autobahn Verkehr anziehen, egal wo sie gebaut wird. Dass der Neubau des A1 Teilstückes der Tourismusbranche neue Perspektiven eröffnen soll, da Urlauber das Erholungsgebiet viel schneller und angenehmer erreichen können, ist wohl auch reine Phantasie. Ein zerstörtes Stück der schönsten Eifel wird keine Urlauber anziehen und einige Minuten längere Fahrzeit zum Urlaubsziel werden Urlauber in Kauf nehmen. Ein intakter Naturraum ist das Kapital der Zukunft und wird über den Tourismus Arbeitsplätze schaffen. Die Menschen werden erkennen, dass Politiker, die den Rezepten der Vergangenheit nachhängen (Autobahnen und Gewerbegebiete allerorten), die Probleme der Zukunft nicht lösen werden.

zum selben Thema ein Leserbrief aus dem Jahr 2010

Der Eifel droht eine gewaltige Naturzerstörung durch den geplanten Neubau der A1 - ein Leserbrief von Ulrich Vogel, Winnerath

Wenn die Politiker einen zügigen Lückenschluss der Autobahn A 1 fordern, so ist zuerst einmal zu sagen, dass es sich bei dem fehlenden Teilstück der A1 nicht um einen „Lückenschluss" (von vielleicht einigen hundert Metern), sondern um einen Autobahnneubau von ca. 30 km Länge handelt. Alle sind für den Weiterbau? Nein, nicht alle! Die Probleme liegen seit Jahren bei den Planungsbehörden. Bei einer Veranstaltung in Nettersheim stellte NRW-Verkehrsminister Wittke den Baubeginn Blankenheim – Lommersdorf für 2009 in Aussicht, zuvor seien lediglich noch einige naturschutzrechtliche Klagen "abzuarbeiten". Wenn die Behördenvertreter zugeben, dass sie mit Klagen der Umweltverbände rechnen, ist ihnen vor allem der Vorwurf zumachen, dass Sie zu keinem Zeitpunkt ein Gespräch mit den Verbänden gesucht haben. Ein Versäumnis, das noch korrigiert werden könnte.

In einer Pressemitteilung vom 8. Mai 2010 lobt Frau Elsner (MdL; SPD) den Staatsvertrag mit Nordrhein-Westfalen. Dieser verfestigt die von den Planungsbehörden seit langem geübte Salamitaktik und das Land Rheinland-Pfalz gibt u.U. Einflussnahme auf die Planungen ab. Das im Vorentwurf am 7.10.2009 von NRW vorgestellte Teilstück endet bei Lommersdorf vor einem besonders schützenswerten Waldgebiet, das von den Planern in Rheinland-Pfalz kaum noch umgangen werden kann. Die Planungsbehörden verweigern unverändert eine umfassende UVP für das gesamte Teilstück der A1. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach modernem Standard (EU) mit der Prüfung wirklicher Alternativen fehlt. Die groben Fehler der Planer wie z.B. unzureichende Wildbrücken von nur 25 m Breite (sie wurden im neuen Vorentwurf des NRW-Teilstückes verbreitert) statt längerer Tunnelabschnitte wie in Thüringen haben letztlich dazu geführt, dass die Planungen mit dem Vermerk „besonderer naturschutzrechtlicher Planungsauftrag" im Bundesverkehrswegeplan versehen wurden. Die derzeit bekannten Planungen widersprechen nach wie vor in eklatanter Weise dem Landesgesetz über Naturschutz und Landschaftspflege und den Forderungen im Raumordnungsbericht der Landesregierung von 1989. Trotz einiger Nachbesserungen bestehen in der Abwasserbehandlung noch erhebliche Mängel. Die Salzfracht würde die Laichgewässer der Ahr und ihrer Zuflüsse schädigen. Dies wurde auch seitens der Wasserwirtschaft bemängelt. Auch die Trinkwassergewinnung in der Nohner Kalkmulde ist gefährdet. So wird z.B. der Grünbach von der geplanten Trasse gekreuzt. Die Schäden an Natur und Umwelt sind in der jetzigen Planung unausgleichbar.

Wenn die Politiker wie Frau Elsner (MdL; SPD) oder Herr Wirz (MdL; CDU) neue Arbeitsplätze, prosperierende Gewerbegebiete für die Region versprechen sind sie entweder schlecht informiert oder sagen bewusst die Unwahrheit. Entwicklungsschübe wie sie mit der Fertigstellung der A61 in den frühen 70er Jahren verbunden waren werden sich nicht wiederholen. So berichtete der Trierische Volksfreund über die enttäuschten hohen Erwartungen, die mit der Fertigstellung der A 60 zwischen Bitburg und Wittlich verbunden waren. Die große Hoffnung auf ein Jobwunder ist längst verpufft. Auf den prophezeiten Boom warten die Eifelgemeinden noch heute. Das gleiche wird für den geplanten Neubau der A 1 gelten. Beton ernährt nur wenige Menschen, eine gewachsene Kulturlandschaft jedoch viele Menschen.

Dass der Neubau des A1 Teilstückes der Tourismusbranche neue Perspektiven eröffnen soll, da Urlauber das Erholungsgebiet viel schneller und angenehmer erreichen können, ist wohl auch reine Phantasie. Ein zerstörtes Stück der schönsten Eifel wird keine Urlauber anziehen und einige Minuten längere Fahrzeit zum Urlaubsziel werden Urlauber in Kauf nehmen. Ein intakter Naturraum ist das Kapital der Zukunft und wird über den Tourismus Arbeitsplätze schaffen. Die Menschen werden erkennen, dass Politiker, die den Rezepten der Vergangenheit nachhängen (Autobahnen und Gewerbegebiete allerorten), die Probleme der Zukunft nicht lösen werden.

Sie möchten die BUND Kreisgruppe Ahrweiler im Widerstand gegen den Bau der A 1 unterstützen? Ihre Spende ist herzlich willkommen! Wenn Sie im Verwendungszweck den Namen des Projektes angeben, kommt der Betrag auf jeden Fall dem Projekt zugute.

Quelle: http://ahrweiler.bund-rlp.de/projekte/widerstand_gegen_den_bau_der_a1/