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Widerstand gegen den Bau der A 1

Der Eifel droht eine gewaltige Naturzerstörung durch den geplanten Neubau der A1 - eine unendliche Geschichte

Das Thema Neubau der A1 beschäftigt die BUND Kreisgruppe Ahrweiler nun schon seit vielen Jahren und ein Ende ist nicht in Sicht.

Noch unzerstörte Eifellandschaft: Blick von der Straße zwischen Marthel (Hümmel) und Wershofen in Richtung Effelsberg/Altenahr. Foto: Ulrich Vogel

BAD NEUENAHR-AHRWEILER, 14.02.2012

Die BUND Kreisgruppe Ahrweiler fordert einen sofortigen Baustopp der geplanten Bauarbeiten zum Lückenschluss der A1.  Kreisvorsitzender Reinhard van Ooyen: "Während woanders der Straßenbau sanft geregelt wird, geht es bei uns mit der Umweltzerstörung weiter, als beträfe es uns und die kommenden Generationen gar nicht."

mehr in der  Berichterstattung der Rhein-Zeitung vom 14.02.2012

Thomas Brötz, stellvertretender Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Ahrweiler, griff das Thema zusammen mit Ulrich Vogel am 11.11.2011 mit einem Leserbrief ebenfalls auf.

BAB muss raus aus europäischen Naturschutzgebieten!

BUND fordert Verlegung der geplanten Autobahntrasse – Natur- und Umweltzerstörung durch geplanten Neubau sind nicht ausgleichbar!

 

Wenn die Politiker einen zügigen Lückenschluss der Autobahn A 1 fordern, so ist zuerst einmal zu sagen, dass es sich bei dem fehlenden Teilstück der A1 nicht um einen „Lückenschluss" von vielleicht einigen hundert Metern, sondern um einen Autobahnneubau von rd. 25 km Länge handelt.

Noch unzerstörte Eifellandschaft mit geplantem Trassenverlauf (rote Punkte). Foto: Ulrich Vogel

 

Eine klare Mehrheit für den „Lückenschluss“? Nein, bei weitem nicht! Aber man befragt ja nur die Befürworter. Wollte man die wirkliche Einstellung der Bürger wissen, müsste man einmal ehrlich über die Vor- und Nachteile der derzeit geplanten Trasse aufklären und dann eine Bürgerbefragung durchführen. Wenn die Politiker allenthalben neue Arbeitsplätze, prosperierende Gewerbegebiete für die Region versprechen, sind sie entweder schlecht informiert oder sagen bewusst die Unwahrheit. Entwicklungsschübe wie sie mit der Fertigstellung der A61 in den frühen 70er Jahren verbunden waren, werden sich nicht wiederholen. So berichtete der Trierische Volksfreund bereits vor Jahren über die enttäuschten hohen Erwartungen, die mit der Fertigstellung der A 60 zwischen Bitburg und Wittlich verbunden waren. Die große Hoffnung auf ein Jobwunder ist dort längst verpufft. Auf den prophezeiten Boom warten die Eifelgemeinden noch heute. Das gleiche wird für den geplanten Neubau der A1 gelten. Natürlich wird es einige wenige Firmen geben, die vom geplanten Neubau profitieren, aber profitiert die Mehrheit der Bevölkerung?

Durch die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag sind die Planungsbehörden in Rheinland-Pfalz und – wie zu hören - NRW nunmehr gezwungen, nochmal neu über die verkehrlichen Zusammenhänge und Notwendigkeiten der geplanten A1 nachzudenken. Der BUND erwartet bereits seit einigen Jahren die Vorlage einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung nach EU-Richtlinien für das gesamte noch fehlende Teilstück der A1. Mit einer "Salamitaktik" hat man das Bauvorhaben bisher in mehrere Teile zerstückelt, um sich vor einer umfassenden Gesamtbewertung zu drücken.

Naturzerstörung durch A1 Baustelle im Bauabschnitt Daun-Kelberg. Foto: Ulrich Vogel

 

Aus Sicht des BUND liegen die Probleme seit Jahren bei den Planungsbehörden, die mit missionarischem Eifer an der aktuellen, umweltunverträglichen Trassenführung der BAB A1 festhalten.

Das im Vorentwurf am 7.10.2009 von NRW vorgestellte Teilstück endet bei Lommersdorf vor einem besonders schützenswerten Waldgebiet, dass von den Planern in Rheinland-Pfalz kaum noch umgangen werden kann. Eine qualifizierte und nach europäischem Recht (UVP-Gesetz und FFH-Richtlinie) nötige Umweltverträglichkeitsprüfung für die drei ausstehenden Planungsabschnitte der BAB A1, mit Prüfung wirklicher Alternativen und Prüfung einer Nullvariante fehlt bis heute. Dabei sieht der BUND durchaus die Chance einer für alle Seiten möglichen Kompromisslösung bei Verlegung der Trasse aus den zahlreichen europäischen Schutzgebieten. Auch wäre ggf. zu prüfen, ob längere Tunnelabschnitte zum Lärmschutz der Bevölkerung - bei Verlegung der Trasse - in die Planung integriert werden können. Die ökologische Bedeutung des Naturraumes hat letztlich dazu geführt, dass die Planungen mit dem Vermerk „besonderer naturschutzrechtlicher Planungsauftrag" im Bundesverkehrswegeplan versehen wurden. Die derzeit bekannten Planungen widersprechen allerdings nach wie vor diesen Planungsvorgaben sowie europäischem Umweltrecht. Trotz einiger Nachbesserungen bestehen in der Abwasserbehandlung noch erhebliche Mängel. Die Salzfracht würde die Laichgewässer der Ahr und ihrer Zuflüsse schädigen. Dies wurde auch seitens der Wasserwirtschaft bemängelt. Auch die nachhaltige Trinkwassergewinnung in der Nohner Kalkmulde scheint gefährdet. Die Schäden an der schutzwürdigen Natur und Umwelt sind in der jetzigen Planung nicht ausgleichbar.

Ebenfalls Bauabschnitt Daun-Kelberg. Foto: Ulrich Vogel

 

Ins Reich der Phantasie gehört die Forderung der Politik, dass der Neubau des A1 Teilstückes der Tourismusbranche neue Perspektiven eröffnen wird, da Urlauber das Erholungsgebiet viel schneller und angenehmer erreichen können! Ein zerstörtes Stück der schönsten Eifel wird keine Urlauber anziehen und einige Minuten längere Fahrzeit zum Urlaubsziel werden Urlauber gerne in Kauf nehmen. Ein intakter Naturraum ist das Kapital der Zukunft und wird über den Tourismus Arbeitsplätze schaffen.

Auf einen Artikel in der Eifelzeitung vom 16.02.2011, in dem ein zügiger Weiterbau der Autobahn gefordert wird, hat BUND Mitglied Ulrich Vogel aus Winnerath mit einem Leserbrief reagiert, der am 23.02.2011 erschienen ist. 

Leserbrief von Ulrich Vogel, Winnerath, 18.02.2011

Wenn die CDU-Bundestagsabgeordneten Patrick Schnieder und Detlef Seif der rot-grünen Regierung in Nordrhein-Westfalen eine Verzögerungstaktik unterstellen, so ist zuerst einmal zu sagen, daß es sich bei dem fehlenden Teilstück der A1 nicht um einen „Lückenschluss" (von vielleicht einigen hundert Metern), sondern um einen Autobahnneubau von ca. 30 km Länge handelt.

Was die beiden Herren hier behaupten ist reines Wahlkampfgetöse. Die Herren wissen genau, dass die Probleme seit Jahren bei den Planungsbehörden liegen. Die Planungsbehörden haben von Angang an eine eine umfassende UVP für das gesamte Teilstück der A1 verweigert.

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach modernem Standard (EU) mit der Prüfung wirklicher Alternativen fehlt. Wenn in Ihrem Kommentar davon gesagt wird: „Um möglichst wenige Eingriffe in Natur und Landschaft zu verursachen, werden bei dieser Teilstrecke acht große Talbrücken mit einer Länge von 100 bis 330 Metern errichtet. Weiterhin ist der Bau von sieben kleineren Brücken für Wildtiere vorgesehen, die vor allem in Waldgebieten über die A 1 führen werden.“ zeigt dies, daß sie die größten Probleme nicht verstanden haben.

Gerade die vielen und großen Brücken stellen gravierende Eingriffe in die Natur dar und gerade kleinere Wildbrücken werden von den Wildtieren nicht angenommen. Die groben Fehler der Planer wie z.B. unzureichende Wildbrücken von nur 25 m Breite (die im neuen NRW-Entwurf verbreitert wurden) statt längerer Tunnelabschnitte wie in Thüringen haben letztlich dazu geführt, daß die Planungen mit dem Vermerk „besonderer naturschutzrechtlicher Planungsauftrag" im Bundesverkehrswegeplan versehen wurden. Die derzeitigen Planungen widersprechen nach wie vor in eklatanter Weise dem Landesgesetz über Naturschutz und Landschaftspflege und den Forderungen im Raumordnungsbericht der Landesregierung von 1989. Trotz einiger Nachbesserungen bestehen in der Abwasserbehandlung noch erhebliche Mängel. Die Salzfracht würden die Laichgewässer der Ahr und ihrer Zuflüsse schädigen. Dies wurde auch seitens der Wasserwirtschaft bemängelt. Die Schäden an Natur und Umwelt in der derzeitigen Planung sind unausgleichbar.

Wenn die CDU-Bundestagsabgeordneten Patrick Schnieder und Detlef Seif neue Arbeitsplätze, prosperierende Gewerbegebiete für die Region versprechen sind sie entweder schlecht informiert oder sagen bewusst die Unwahrheit. Entwicklungsschübe wie sie mit der Fertigstellung der A61 in den frühen 70er Jahren verbunden waren werden sich nicht wiederholen. So berichtete der Trierische Volksfreund am 13.6.2005 über die enttäuschten hohen Erwartungen, die mit der Fertigstellung der A 60 zwischen Bitburg und Wittlich verbunden waren. Die große Hoffnung auf ein Jobwunder ist längst verpufft. Auf den prophezeiten Boom warten die Eifelgemeinden noch heute. Das gleiche wird für den geplanten Neubau der A 1 gelten. Beton ernährt nur wenige Menschen, eine gewachsene Kulturlandschaft jedoch viele Menschen.

Wenn jemand behauptet: "Die Nord-Süd-Verbindung der A 1 von der Ostsee bis zur französischen Grenze bei Saarbrücken gehört besonders für den internationalen Transitverkehr zu den wichtigsten Bundesautobahnen Deutschlands“. Da muß man bezweifeln ob der Betreffende schon einmal eine deutsche Straßenkarte in der Hand gehabt hat. Natürlich wird eine neue Autobahn Verkehr anziehen, egal wo sie gebaut wird. Dass der Neubau des A1 Teilstückes der Tourismusbranche neue Perspektiven eröffnen soll, da Urlauber das Erholungsgebiet viel schneller und angenehmer erreichen können, ist wohl auch reine Phantasie. Ein zerstörtes Stück der schönsten Eifel wird keine Urlauber anziehen und einige Minuten längere Fahrzeit zum Urlaubsziel werden Urlauber in Kauf nehmen. Ein intakter Naturraum ist das Kapital der Zukunft und wird über den Tourismus Arbeitsplätze schaffen. Die Menschen werden erkennen, dass Politiker, die den Rezepten der Vergangenheit nachhängen (Autobahnen und Gewerbegebiete allerorten), die Probleme der Zukunft nicht lösen werden.

zum selben Thema ein Leserbrief aus dem Jahr 2010

Der Eifel droht eine gewaltige Naturzerstörung durch den geplanten Neubau der A1 - ein Leserbrief von Ulrich Vogel, Winnerath

Wenn die Politiker einen zügigen Lückenschluss der Autobahn A 1 fordern, so ist zuerst einmal zu sagen, dass es sich bei dem fehlenden Teilstück der A1 nicht um einen „Lückenschluss" (von vielleicht einigen hundert Metern), sondern um einen Autobahnneubau von ca. 30 km Länge handelt. Alle sind für den Weiterbau? Nein, nicht alle! Die Probleme liegen seit Jahren bei den Planungsbehörden. Bei einer Veranstaltung in Nettersheim stellte NRW-Verkehrsminister Wittke den Baubeginn Blankenheim – Lommersdorf für 2009 in Aussicht, zuvor seien lediglich noch einige naturschutzrechtliche Klagen "abzuarbeiten". Wenn die Behördenvertreter zugeben, dass sie mit Klagen der Umweltverbände rechnen, ist ihnen vor allem der Vorwurf zumachen, dass Sie zu keinem Zeitpunkt ein Gespräch mit den Verbänden gesucht haben. Ein Versäumnis, das noch korrigiert werden könnte.

In einer Pressemitteilung vom 8. Mai 2010 lobt Frau Elsner (MdL; SPD) den Staatsvertrag mit Nordrhein-Westfalen. Dieser verfestigt die von den Planungsbehörden seit langem geübte Salamitaktik und das Land Rheinland-Pfalz gibt u.U. Einflussnahme auf die Planungen ab. Das im Vorentwurf am 7.10.2009 von NRW vorgestellte Teilstück endet bei Lommersdorf vor einem besonders schützenswerten Waldgebiet, das von den Planern in Rheinland-Pfalz kaum noch umgangen werden kann. Die Planungsbehörden verweigern unverändert eine umfassende UVP für das gesamte Teilstück der A1. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach modernem Standard (EU) mit der Prüfung wirklicher Alternativen fehlt. Die groben Fehler der Planer wie z.B. unzureichende Wildbrücken von nur 25 m Breite (sie wurden im neuen Vorentwurf des NRW-Teilstückes verbreitert) statt längerer Tunnelabschnitte wie in Thüringen haben letztlich dazu geführt, dass die Planungen mit dem Vermerk „besonderer naturschutzrechtlicher Planungsauftrag" im Bundesverkehrswegeplan versehen wurden. Die derzeit bekannten Planungen widersprechen nach wie vor in eklatanter Weise dem Landesgesetz über Naturschutz und Landschaftspflege und den Forderungen im Raumordnungsbericht der Landesregierung von 1989. Trotz einiger Nachbesserungen bestehen in der Abwasserbehandlung noch erhebliche Mängel. Die Salzfracht würde die Laichgewässer der Ahr und ihrer Zuflüsse schädigen. Dies wurde auch seitens der Wasserwirtschaft bemängelt. Auch die Trinkwassergewinnung in der Nohner Kalkmulde ist gefährdet. So wird z.B. der Grünbach von der geplanten Trasse gekreuzt. Die Schäden an Natur und Umwelt sind in der jetzigen Planung unausgleichbar.

Wenn die Politiker wie Frau Elsner (MdL; SPD) oder Herr Wirz (MdL; CDU) neue Arbeitsplätze, prosperierende Gewerbegebiete für die Region versprechen sind sie entweder schlecht informiert oder sagen bewusst die Unwahrheit. Entwicklungsschübe wie sie mit der Fertigstellung der A61 in den frühen 70er Jahren verbunden waren werden sich nicht wiederholen. So berichtete der Trierische Volksfreund über die enttäuschten hohen Erwartungen, die mit der Fertigstellung der A 60 zwischen Bitburg und Wittlich verbunden waren. Die große Hoffnung auf ein Jobwunder ist längst verpufft. Auf den prophezeiten Boom warten die Eifelgemeinden noch heute. Das gleiche wird für den geplanten Neubau der A 1 gelten. Beton ernährt nur wenige Menschen, eine gewachsene Kulturlandschaft jedoch viele Menschen.

Dass der Neubau des A1 Teilstückes der Tourismusbranche neue Perspektiven eröffnen soll, da Urlauber das Erholungsgebiet viel schneller und angenehmer erreichen können, ist wohl auch reine Phantasie. Ein zerstörtes Stück der schönsten Eifel wird keine Urlauber anziehen und einige Minuten längere Fahrzeit zum Urlaubsziel werden Urlauber in Kauf nehmen. Ein intakter Naturraum ist das Kapital der Zukunft und wird über den Tourismus Arbeitsplätze schaffen. Die Menschen werden erkennen, dass Politiker, die den Rezepten der Vergangenheit nachhängen (Autobahnen und Gewerbegebiete allerorten), die Probleme der Zukunft nicht lösen werden.

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