BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Schmetterlingsfreunde machten leichte Beute - BUND im Sahrbachtal

 

SAHRBACHTAL, 14.07.2013


Zwar sind die Zeiten, in denen Schmetterlinge gefangen und der heimischen Sammlung beigefügt werden, längst vorbei, Teilnehmer am Tagfalter-Monitoring-Programm des Umweltforschungszentrums haben jedoch eine Sondergenehmigung für das Keschern zur genauen Identifizierung der Falter, die natürlich unversehrt wieder frei gelassen werden müssen. So kamen die Teilnehmer an der Schmetterlingswanderung am 14.07. unter fachkundiger Leitung von Frau Hannelore Umlauf-Groß in den Genuss, viele Falter einmal nah in der Becherlupe betrachten zu können.

Auf der dieses Jahr ausgesuchten Strecke im Sahrbachtal herrschte reger Flugverkehr. Die verspätete Blütezeit und der helle Sonnenschein am Sonntag waren natürlich auch besonders günstig, viele kleine und große Falter in Augenschein nehmen zu können. Ob Großes Ochsenauge, Schornsteinfeger, Kleiner Fuchs, C-Falter, Admiral und viele mehr, bis zum Ende der Wanderung konnten alle Teilnehmer schon im Anflug bestimmen, was da ihren Weg kreuzte.

Ein besonderes Erlebnis war auch das Vorkommen des Mädesüß-Perlmuttfalters. Eine Vielzahl von Faltern dieser Art flogen durch das mit Mädesüß bewachsene Feuchtgebiet. Eine dieser Wiesen konnte vor Jahren von der BUND-Kreisgruppe erworben werden, die damit auch einen Beitrag zur Erhaltung vieler Arten leisten kann. Außer vielen Falterarten und der derzeitigen Blütenvielfalt, gab es auf der Wanderung viele schöne An- und Ausblicke. Auf jeden Fall ist der Sahrbachweg zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.

 


In der Becherlupe sind die Schmetterlinge gut zu sehen


Kreisgruppenvorsitzender Reinhard van Ooyen erläutert den Naturraum


Der professionelle Fang mit dem Käscher beeinträchtigt die Tiere nicht

Abenteuer Faltertage in Bad Bodendorf

BAD BODENDORF, 24.06.2012

 

Im Rahmen der bundesweiten Aktion "Abenteuer Faltertage" führte die stellvertrendene BUND Kreisvorsitzende Hannelore Umlauf-Groß eine Schmetterlingsführung in Bad Bodendorf durch. Trotz des windigen und somit für die Beobachtung der Falter alles andere als idealen Wetters fand sich eine Gruppe interessierter Teilnehmer ein, um im artenreichen Grünland rund um Bad Bodendorf auf Tagfalterschau zu gehen. Wenn auch aufgrund der Wetterbedingungen nicht die ganze Bandbreite der bei Bad Bodendorf sonst zu beobachtenden Falter zu sehen war, so sind die Teilnehmer doch wenigstens mit einigen Sichtungen des Schachbrettfalters belohnt und mit fachkundigen Informationen rund um die Tagfalter und deren Situation in Bodendorf versorgt worden. Als offizielle Partnerin des durch das UFZ Leipzig koordinierten bundesweiten Tagfaltermonitorings und Leiterin des BUND-AK Schmetterlinge/Streuobst ist Frau Umlauf-Groß nicht nur kompetente Ansprechpartnerin bei der Bestimmung der Falter, sondern kann auch über deren Lebensraumansprüche, Entwicklungszyklen und Bestandsentwicklung berichten.


Im Rahmen des Monitorings erfassen freiwillige Jahr für Jahr bei wöchentlichen Begehungen entlang festgelegter Strecken (Transekte) alle tagaktiven Schmetterlinge. Die so entstehenden Bestandsdaten dokumentieren die Entwicklung der Falter auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene und können verglichen werden mit denen aus anderen europäischen Ländern, in denen die Beobachtungen z.T. schon seit Jahrzehnten erfolgen.


 


Interessierte Blicke - Falter in der Becherlupe lassen sich in aller Ruhe betrachten.


Hannelore Umlauf-Groß gibt Informationen über die Lebensweise der Falter.


Mit dem Fangnetz unterwegs - diesmal leider keine reiche Beute. Alle Fotos: Sabine Stein

Streuobstpflanzung in Bad Bodendorf


Fleißige Bodendorfer Helfer.


Willi Weber und Thomas Brötz - letzte Arbeiten an den Dreiböcken


Fertig!


Die zufriedenen BUND-Helfer : Thomas Brötz, Wolfgang Beckert, Willi Weber (Flächeneigentümer) und Hannelore Umlauf-Groß (v.l.n.r.)

Am 29. Oktober 2011 pflanzten die Mitglieder des AK Schmetterlinge/Streuobst, die Initiative "Streuobstwiesen" des Heimat- und Bürgervereins Bad Bodendorf und zahlreiche Helfer siebzehn junge hochstämmige Bäume im alten Streuobstgürtel von Bad Bodendorf im Bereich "Ober dem Ahrweg". Fachliche Unterstützung leisteten Wolfgang Beckert und Thomas Brötz vom BUND und der Diplombiologe Christoph Vanberg. Vanberg, Bad Breisiger Bürger und Mitarbeiter der Biologischen Station Aachen betreut auch anderorts Streuobstwiesen und bietet u.a. Schnittkurse an. 

Bei den Sorten wurden altbewährte, regionale Obstsorten ausgewählt, wie z.B. Jakob Lebel, Rheinischer Bohnapfel, Roter Boskop, Riesenboien sowie die Hauszwetschge und eine alte Zwetschgensorte Miracosa. Die Sorten sind sehr widerstandsfähig und auch für raue Lagen geeignet. Durch ihre späte Blüte sind sie nicht so frostgefährdet. 

Hochstamm-Obstbäume waren bis vor wenigen Jahrzehnten ein prägender Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Breite Streuobstgürtel umgaben die Ortschaften und schufen eine Übergangszone zwischen Siedlungen und freier Landschaft. Die ökologische Bedeutung für unsere Region und ihr kulturhistorischer Wert sind sehr groß. Obstbäume und Wiesen sind wichtige Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere, so z.B. für viele vom Aussterben bedrohte Vogelarten, Sieben- und Gartenschläfer, Fledermäuse, Steinkäuze, Igel und nicht zu vergessen Bienen und andere Bestäuber. 

Im Laufe der Zeit verloren die Obstwiesen jedoch ihre wirtschaftliche Bedeutung, die Pflege der Bäume wurde vernachlässigt, abgängige Bäume wurden nicht ersetzt. Die Bestände überalterten und aus den einst geschlossenen Streuobstgürteln um die Dörfer sind lückenhafte Streuobstwiesen geworden. Baulanderschließungen, Infrastrukturmaßnahmen und  Rodungsprämien in den 60er und 70er Jahren taten ein Übriges.

 

Politik und Gesellschaft sind sich heute im klaren, dass die Streuobstwiesen nicht nur für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein große Bedeutung haben, sondern auch identitätsstiftende Elemente in unserer Kulturlandschaft sind. Dennoch gehört heute zur Pflege der Wiesen ein gehöriger Schuss Idealismus und Bürgersinn - wirtschaftlich sind Anlage und Pflege der Wiesen nicht. Aus diesem Grund sind viele alte Bäume in einem schlechten Zustand, die Bestände werden nicht ausreichend oder gar nicht gepflegt und dringend notwendige Ergänzungspflanzungen erfolgen nur sehr vereinzelt.

 

Ziel des AK Schmetterlinge/Streuobst und der Initiative "Streuobstwiesen" ist es, sich gemeinsam für den Erhalt der Streuobstwiesen einzusetzen, alte Obstwiesen wieder instand zu setzen und neue anzulegen. Selbstverständlich geschieht dies im Einvernehmen und in Absprache mit en Eigentümern und Pächtern. Nur so kann dieses Stück Heimat und der wertvolle Lebensraum „Streuobstwiese“ erhalten werden.

 

Wenn Sie weitere Streuobstpflanzungen unterstützen wollen, freuen wir uns über Ihre Hilfe! Wenden Sie sich einfach an die Leiterin des Arbeitskreises, Frau Hannelore Umlauf-Groß (02642 - 43166). Auch über Spenden zur Finanzierung weiterer Bäume freuen wir uns sehr. Geben Sie beim Verwendungszweck "Streuobst" an, so kommt der Betrag auf jeden Fall dem Projekt zu Gute.  

BUND Baumschnittkurs in Bad Bodendorf

BAD BODENDORF, 25.02.2012

Alte Bäume wieder fit für die Zukunft!

In Bad Bodendorf hat die BUND Kreisgruppe einen Schnittkurs für alte Obstbäume angeboten. Dass dieses Thema hochaktuell und die Pflege der heimatlichen Kulturlandschaft für die Bürger von großem Interesse ist, zeigte alleine schon die Teilnehmerzahl an dem Angebot der Kreisgruppe. Rund 25 interessierte Bürger aus Bad Bodendorf und Umgebung lernten nicht nur theoretisch, wie man die alten Bäume pflegt, sondern legten direkt auch praktisch Hand an. Unter Leitung von Wolfgang Beckert, BUND Mitglied und Fachmann für den Baumschnitt, kümmerten sich die Teilnehmer um eine Baumgruppe im lückig gewordenen Streuobstgürtel von Bad Bodendorf. "Die größer werdende Zahl von Freunden der Streuobstwiesen ist mir eine Freude", so Hannelore Umlauf-Groß, Leiterin des AK Schmetterlinge/Streuobst und Bad Bodendorfer Bürgerin. "Besonders die Wertschätzung, die die alten Bäume mittlerweile wieder erfahren und das wachsende Interesse an der Pflanzung neuer Bäume geben Hoffnung für die Zukunft unserer Kulturlandschaft", so Umlauf-Groß. Dass die Bäume nicht nur aus landschaftsästhetischer Sicht, sondern auch für die Tierwelt von hoher Bedeutung sind, unterstreicht der Kreisvorsitzende Reinhard van Ooyen. "Für den Steinkauz ist das Gebiet unersetzlich", so van Ooyen.  



Von der Theorie...


...zur Praxis. Nicht nur die großen...


...sondern auch die kleinen Helfer hatten Spaß.


Das Ergebnis kann sich sehen lassen: gelichtete Krone eines alten Baumes.



Schmetterlinge sind gefährdet

Schmetterlinge sind gern gesehene Gäste in unseren Gärten, Parks und in "Wald und Flur". Doch ihre Zahl ist in den vergangenen 30 Jahren stark, zum Teil bedrohlich, zurückgegangen.Viele ihrer Lebensräume (wie z. B. Hecken, Blumenwiesen, Magerwiesen) sind in den vergangenen Jahrzenten verlorengegangen. Deshalb hat der BUND mit "Abenteuer Faltertage" ein ganz besonderes Augenmerk auf die filigranen Tiere.

Schmetterlings-Aktivitäten im Kreis Ahrweiler

Im Kreis Ahrweiler ist der BUND was die Schmetterlinge angeht besondes aktiv. Vom Arbeitskreis Schmetterlinge werden in jedem Jahr Falterwanderungen durchgeführt, bei denen auch besonders die Kinder ganz nah an die Schmetterlinge herangeführt werden. Beratungen, wie ein Garten schmetterlingsfreundlich angelegt werden kann und Wanderungen in Naturgärten im Kreis Ahrweiler stehen auf dem Programm. Die BUND Kreisgruppe Ahrweiler in Person von Frau Hannelore Umlauf-Groß aus Bad Bodendorf unterstützt zudem das Tagfalter-Monitoring Deutschland, das vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Halle/Leipzig (UFZ) geleitet wird. Obwohl die Tagfalter eine sehr gut untersuchte Insektengruppe sind, weiß man bundesweit nicht genug über ihre Bestandssituation und -entwicklung. Häufig kann man nur mutmaßen, warum bestimmte Schmetterlinge aus einem Gebiet verschwinden. Eine bundesweite, kontinuierliche Bestandsaufnahme vieler Arten, das so genannte Monitoring, kann hier eine ganz neue Wissensbasis schaffen und mit Veränderungen und Eingriffen in die Landschaft, aber auch mit Klimadaten in Zusammenhang gebracht werden. Forschungs- und Naturschutzprojekte können auf diese Daten aufbauen. Seit 2005 sammeln Schmetterlingsfreunde und Naturbegeisterte Beobachtungsdaten zu den Tagfaltern in Deutschland. Im Kreis sind bereits 17 Zählstrecken eingerichtet, aus denen die Daten jährlich zum UFZ gemeldet werden.

Wenn Sie sich hier auch einbringen wollen, wenden Sie sich bitte an Frau Hannelore Umlauf-Groß. Es sind keine Vorkenntnisse, sondern Interesse und Zuverlässigkeit gefragt!

Leiterin AK Schmetterlinge/Streuobst:

Hannelore Umlauf-Groß
Tel: 02642-43166



Fleißige Helfer - Schmetterlings-Transektzähler im Kreis Ahrweiler unterwegs

Weitere Informationen zu Abenteuer Faltertage erhalten Sie hier:

Quelle: http://ahrweiler.bund-rlp.de/arbeitskreise/ak_schmetterlingestreuobst/