
- Die Bachpatenschaft, mit der gelben Linie gekennzeichnet, soll sich über die Quellbereiche des Wirft- und Hatzenbachs bis zur Bundesstraße B 257 erstrecken (renaturierter Bereich im Sinne der Kompensationsmaßnahme für den Eingriff beim Fahrsicherheitszentrum I), dann über den (noch zu renaturierenden) Wiesenbereich bis zum Beginn des Eintrittes des Baches in den Waldbereich. Länge: ca. 2,8 km mit allen Verästelungen in die namenlosen Rinnsale
Auf die Plätze - fertig - los! Startschuss für erste Pflegemaßnahmen am Wirftbach am 28.01.2012
Die BUND-Kreisgruppe Ahrweiler ist im Herbst 2011 eine Patenschaft für den oberen Teil des Wirftbaches unterhalb der Grand-Prix-Strecke am Nürburgring eingegangen. Jetzt standen die ersten Arbeiten als Bachpaten an: Die Entfernung der Fichten-Naturverjüngung der letzten gut 15 Jahre, als der Wirftbach in Teilen als Ausgleichsmaßnahme für das erste Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring renaturiert worden ist.
Der Termin Ende Januar ist bewusst gewählt, damit noch vor dem 01. März eines jeden Jahres, wenn Arbeiten in Hecken im Außenbereich aus Rücksicht auf in Brut oder deren Vorbereitung befindlichen Vögeln im Außenbereich untersagt sind, durchgeführt werden können.
Im Laufe der Jahre sind viele kleine Fichten von Daumendicke bis hin zur doppelten Armdicke durch Sameneintrag nachgewachsen. Nadelbäume stören das komplexe Gefüge des Wasserhaushaltes am Gewässer und gehören somit nicht in den Auenbereich, also in den Überschwemmungsbereich, und sollten entfernt werden. Ziel ist die Ansiedlung und der Eintrag von Schwarzerlen, Weiden und Eschen, die sich inzwischen zaghaft ihren Platz suchen.
BUND-Kreisvorsitzender Reinhard van Oyoen aus Bad Neuenahr-Ahrweiler konnte etliche Mitglieder, unter ihnen den Initiator der Bachpatenschaft, Winfried Sander aus Leimbach, begrüßen. Mit Handsägen und Astscheren wurden die kleinen Fichten aus dem Auenbereich entfernten. Thomas Brötz konnte als Biologe mit seiner Motorsäge und entsprechender Ausbildung und Schutzkleidung die dickeren Bäume nach Absprache mit dem Forstamt Adenau fällen, sie wurden ebenfalls aus dem Auenbereich entfernt.
Nach drei Stunden Arbeit, natürlich auch gestärkt mit einem zweiten Frühstück bei angenehmen Temperaturen und trockenem Wetter, war ein großer Teil der Arbeit getan, der nächste Teil wird im kommenden Herbst erfolgen.
Weitere anstehende Aktivitäten am Wirftbach sind geplant mit der Einrichtung von Messstationen für chemische Untersuchungen, die mit einem Leistungskurs Chemie des Erich-Klausener-Gymnasiums im Frühjahr durchgeführt werden können.
Eine Kartierung des Gewässers mit Fotoaufnahmen und Bestimmung der Gewässerstrukturgüte (Qualität des Gewässers aus ökologischer Sicht) sind für das Sommerhalbjahr 2012 geplant.
Das Forstamt Adenau wird im Rahmen seiner Pflegemaßnahmen einzelne schlagreife Fichten aus dem randlichen Auenbereich entfernen. Eine Begehung und Absprachen dazu sind mit Förster Rolf Lück und mit Michael Köbele von der Nürburgring Automotive GmbH, ein weiterer Partner im Boot der Bachpatenschaft, bereits erfolgt.
In der Phase der Überprüfung bei der Verbandsgemeinde Adenau ist die Möglichkeit der Verlegung des Bachbettes aus der vor Jahrzehnten erfolgten Stickung (Befestigung des Bachbettes mit Steinen im Boden) im unteren Bereich in einen der natürlichen Geländeform angepassten Bereich. Verbandsbürgermeister Hermann-Josef Romes unterstützt die Bachpatenschaft nach Kräften.
Für den Initiator der Bachpatenschaft und ehemaligen BUND-Vorsitzenden Winfried Sander ist der bisherige Ablauf der Bachpatenschaft ein Erfolg und gibt Mut für die weitere Verfolgung des Ziels, Naturlandschaft und Kulturlandschaft in Einklang zu bringen.
Die geplanten Aktivitäten des AK Bachpatenschaft im Einzelnen
- Bio-topographische Kartierung und digitale Fotoaufnahme des gesamten Gebietes (abschnittsweise auf den 2,8 km der Bachpatenschaft) als Bestandsaufnahme aus ökologischer Sicht
- Regelmäßige Beobachtung des Gewässers bzw. der einzelnen Gewässerabschnitte (besonderes Augenmerk auf die verschiedenen Quellbereiche und ggf. Überlegungen zur Neufassung der besonders bedeutsamen und veränderten Quellbereiche)
- Weiterentwicklung der renaturierten Bereiche im Wirftbach, v.a. Entfernung der altersreifen und standortfremden Nadelhölzer (Fichten) im Bereich der Bachaue in Absprache mit der zuständigen Forstverwaltung
- Anstrebung weiterer Eingrenzung durch feste Zäune im Quellbereich des Wirftbaches zum Schutz bei Veranstaltungen v.a. im Bereich Parkplatz D 4
- Anstrebung weiterer Renaturierungsmaßnahmen im Verlauf des Wirftbaches unmittelbar nach Unterquerung der B 257 (Entfernung der Steinstickung und Wiederherstellung des natürlichen Verlaufes gemäß der Topographie des Geländes)
- Exkursionen mit Führung entlang des Gewässers als ein Teil der notwendigen Öffentlichkeitsarbeit
- Erstellung von Wandtafeln mit Texten, Graphiken und Bildern zur Durchführung von Ausstellungen zu den Bachpaten-Aktivitäten am Wirftbach







