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Bachpatenschaft Wirftbach - was ist das überhaupt?

Die Bachpatenschaft ist eine gemeinnützige und ehrenamtliche Tätigkeit im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Gewässerunterhaltung. Bachpaten setzen sich für die ökologische Verbesserung eines Gewässer ein und fördern seine naturnahe Entwicklung.

Im Rahmen einer solchen Bachpatenschaft betreut die BUND Kreisgruppe Ahrweiler in der Verbandsgemeinde Adenau den Quellbereich des Wirftbachs und Hatzenbachs einschließlich der kleinen Verästelungen in Rinnsalen.


Die Bachpatenschaft am Wirftbach spricht besonders Schulen an, deren Schüler so die Chance haben, aktiv und hautnah Gewässer zu beobachten, weiterzuentwickeln und zu schützen. Mit Winfried Sander als Initiator der Bachpatenschaft steht nicht nur ein fachlich, sondern auch pädagogisch versierter Kopf für die Arbeit zur Verfügung. Sander ist ehemaliger Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Ahrweiler und Lehrer am Erich-Klausener-Gymnasium Adenau, derzeit in passiver Altersteilzeit.

 



Die Bachpatenschaft, mit der gelben Linie gekennzeichnet, soll sich über die Quellbereiche des Wirft- und Hatzenbachs bis zur Bundesstraße B 257 erstrecken (renaturierter Bereich im Sinne der Kompensationsmaßnahme für den Eingriff beim Fahrsicherheitszentrum I), dann über den (noch zu renaturierenden) Wiesenbereich bis zum Beginn des Eintrittes des Baches in den Waldbereich. Länge: ca. 2,8 km mit allen Verästelungen in die namenlosen Rinnsale

Pflegearbeiten am Wirftbach - hoher Körpereinsatz in der Eifel

BAD NEUENAHR-AHRWEILER, 13.12.2013

Strahlender Sonnenschein ließ am Morgen den Raureif an den Bäumen glitzern. Die Aktiven von der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler konnten sich dafür an ihrem Projekt „Wirftbach“ warm arbeiten. Der BUND hat den oberen Teil des Wirftbaches in einer Patenschaft. Eine Patenschaft bringt Verpflichtungen: Pflege des Baches und seines Umfeldes.

Das will heißen: Kartierungen und Messungen, um den Ist-Zustand zu ermitteln und dann Veränderungen hin zu einem nach heutiger Auffassung angemessen ökologischen Zustand zu erreichen. Das erfordert einerseits Pflanzungen in der Gewässeraue mit für den Bachbereich typischen Bäumen (zum Beispiel Schwarzerle und Eschen), aber andererseits auch Entfernung der bachuntypischen Bäume, hier vor allem von Nadelbäumen wie der Fichte.

In diesem Frühjahr hat die BUND-Kreisgruppe bereits etliche Bäume in der Bachaue, also im Überschwemmungsbereich, angepflanzt. Das zuständige Forstamt in Adenau hat das seine dazu außerhalb der Bachaue u.a. mit der Pflanzung von Vogelbeere geleistet.

Im jetzigen späten Herbst steht das weitere Entfernen der so genannten „Naturverjüngung“ von Fichten an, nachdem der Forst die großen schlagreifen und wirtschaftlich wertvollen Bäume vor längerem bereits entfernt hatte.

„Wir beschleunigen durch unser Tun lediglich die natürliche Entwicklung, die sowieso eingetreten wäre, denn die Fichten sind nicht lange überlebensfähig und wenig wertvoll, wenn sie in einem solch feuchten Umfeld wachsen“, erklärt Reinhard van Ooyen, BUND- Vorsitzender der Kreisgruppe Ahrweiler, die laufende Maßnahme. Fichten führen zudem zur Versauerung des Gewässers und damit einer Verschlechterung der Lebensbedingungen für die dort vorkommenden Tiere. Im Gegensatz zu Esche und Erle helfen sie auch nicht bei der Minderung der Erosion.



Harte Arbeit für den BUND am Wirftbach (Nähe Nürburgring). v.l.: Reinhard van Ooyen, Andreas Schmickler, Klaus Liewald.


freigestellte Fläche nach dem Einsatz - die Fichtennaturverjüngung wurde zurückgenommen und Platz für die standortheimischen Laubbäume geschaffen.

BUND: Unterwegs mit Dr. Jochen Mölle am Armuthsbach

BAD NEUENAHR-AHRWEILER, 22.06.2013

Die Kreisgruppe Ahrweiler des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt in der Eifel ein besonderes Interesse und Engagement für die Bäche. Ob in besonderer Weise als Bachpate für den Wirftbach am Nürburgring oder als Begleiter der Maßnahmen im Rahmen des bundesweiten "Naturschutzgroßprojektes Obere Ahr Hocheifel“.

Wesentliches Ziel des Projektes ist einerseits die Unterstützung der Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Bäche, zum Beispiel durch Beseitigung von Querbauwerken. Andererseits ist ein weiteres Bestreben, die Verbesserung der Gewässerstrukturgüte zu erreichen, etwa durch hinreichend große Gewässerrandstreifen.

Dr. Jochen Mölle von der Kreisverwaltung Ahrweiler führte als Koordinator des Projektes auf Einladung des BUND eine Gruppe von Interessierten am Armuthsbach in der Nähe von Wershofen/Eifel. Das kleine Gewässer in einem der sicher schönsten naturnahen Bäche im Landkreis Ahrweiler wird in diesem Jahr die ersten Eingriffe erleben, um die vorhandenen Störungen zu beseitigen. Eine der Maßnahmen ist die ökologische Aufwertung einer ehemaligen aktiven Teichanlage mit vielen Fischbecken, teils in Beton gegossen, teils als große Erdmulden angelegt, vom Bach- und Hangwasser gespeist. Der Besitzer der Flächen ist inzwischen die Verbandsgemeinde Adenau als Gewässerunterhaltungspflichtige. Die Anlage wird „umgebaut“, indem die Betonbereiche zum Teil entfernt und die steilen Böschungen der Teiche abgeflacht werden – die standortfremden Fichten und der Bestand an Hybridpappeln sind schon gefällt worden. Die ehemalige Fischerhütte mit intensivem Schutzanstrich und „passender“ Eindeckung von Asbestplatten ist überflüssig geworden und wird als Sondermüll entsorgt werden müssen.

An einem der Becken hatte die Gruppe ein besonderes Erlebnis. Im Umfeld der Gewässer hat der Eisvogel seinen Lebensraum, die Teichanlagen sind ein Teil seines Jagdreviers. Normalerweise sitzt er, wie Dr. Jochen Mölle erzählte, auf einem Ast und hält Ausschau nach kleinen Fischen wie Moderlieschen. Ergreift er einen kleinen Fisch, dann erschlägt ihn auf einem Ast, um anschließend damit sich und ggf. seine Brut zu ernähren. Der Vogel ist ein wunderschöner Anblick mit seinem eis-blauen Federkleid. Nur dieses Mal war der Vogel schneller als der Fotograf mit seiner Kamera, das Klicken ging ins Leere.

Als weitere Maßnahmen sind die Entfernung von Fichtenriegeln, der Kauf bzw. der Tausch von Flächen und die Neuordnung einer kleinen landwirtschaftlichen Nutzung durch die Haltung von Tieren geplant. Wichtig ist, dass damit die wertvolle Offenlandschaft erhalten bleiben kann.

Dr. Jochen Mölle ist sicher, dass die geplanten Maßnahmen, die sich bis in den Herbst dieses Jahres hineinziehen werden, dem Gewässer eine ökologische Aufwertung bringen werden.

Eine weitere Besonderheit soll als technisches Bauwerk bleiben: ein so genannter „Hydraulischer Wider“, eine nur durch den Staudruck des Wassers angetriebene Pumpe. Hiermit wurde ehemals der ca. 130 Meter höher gelegene Ort Wershofen ohne zusätzlichen Energieaufwand mit Wasser versorgt.

Für Reinhard van Ooyen als Vorsitzendem des BUND im Landkreis Ahrweiler war die Exkursion wichtig und wertvoll. „Sie zeigt den Teilnehmern, wie Naturschutz und wirtschaftliche Nutzung Hand in Hand gehen können und zugleich ein besonders schöner Teil unserer Gewässerlandschaft für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann.“

 



Am Rande des Wirftbaches - Vierter von links Projektleiter Dr. Jochen Mölle. In der Bildmitte ist die betonierte Ableitung von Wasser in die ehemaligen Fischteiche zu erkennen. Foto: Winfried Sander

Aktive Triade für die Natur: BUND, Naturefund und EURid - Pflanzungen am Wirftbach mit europäischer Hilfe

BAD NEUENAHR-AHRWEILER/LEIMBACH, 02.04.2013

Die Kreisgruppe Ahrweiler des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) engagiert sich seit 2011 in einer Patenschaft für den oberen Teil des Wirftbaches Nähe Nürburgring. Sie wird jetzt unterstützt durch ein europaweit agierendes Unternehmen: EURid mit Sitz in Brüssel zählt zu den größten Top-Level-Domains weltweit und ist eine Non-Profit-Organisation, die nach einer Ausschreibung von der Europäischen Kommission mit der Verwaltung der Top-Level-Domain mit EU-Endung beauftragt wurde. Sie stellt 500 Millionen Menschen in 27 EU-Ländern eine zentrale Internet-Identität zur Verfügung. EURid ist für das „Eco-Management and Audit Scheme“ (EMAS) der EU zertifiziert, was das Engagement der Organisation in Sachen Natur- und Umweltschutz belegt.

Der Kontakt zu dem Unternehmen wurde hergestellt über die Organisation Naturefund mit Sitz in Wiesbaden. Naturefund ist eine Naturschutzorganisation, die zum Beispiel Land kauft für Natur, um Lebensraum für die Vielfalt der Arten zu bewahren. Sie organisiert auch Sponsorengelder, um herausragende Naturschutzprojekte zu unterstützen.

Zwei dieser Projekte sind die Patenschaften des Erich-Klausener-Gymnasiums in Adenau für einen Teil des Adenauer Baches und die Patenschaft des BUND für den Wirftbach am Nürburgring.

EURid stellt dem BUND für seine Pflegemaßnahmen an den Gewässern insgesamt 500 Bäume zur Verfügung, um die Strukturgüte am Bach aufzuwerten. Giovanni Seppia, Vorstandsvorsitzender von EURid, war mit einem Filmteam aus Belgien angereist, um in Arbeitskleidung und mit Pflanzhacke Bäumchen in die Erde zu bringen. Katja Wiese von Naturefund unterstützte ihn tatkräftig, begleitet von Peter Botz vom Verband Deutscher Gartencenter aus Daun. Roman Bergelt von der Betriebsgesellschaft Nürburgring mbH belegte durch seine Anwesenheit das Interesse des Besitzers der Flächen am Geschehen.

Der BUND war mit seinem Vorsitzenden Reinhard van Ooyen und weiteren Mitgliedern vertreten, die bis zum späten Nachmittag insgesamt 75 Eschen und Schwarzerlen inselartig am Bach einbrachten. Eine Ummantelung mit Draht schützt die Pflänzchen vor Wildverbiss. Die Anpflanzung soll eine Initialzündung sein für die weitere Entwicklung von wichtigen Bäumen am Bach. Sie sollen der Tiefenerosion entgegenwirken, dem Gewässer Schatten spenden, damit der Sauerstoffgehalt in den Sommermonaten nicht allzu sehr sinkt und zudem den Kleinstlebewesen im Bach durch den Laubfall Nahrung bieten.

Eine der ersten Maßnahmen eine Woche zuvor war daher die vorherige weitgehende Entfernung von größeren Fichten und den anfallenden Ästen aus dem Auebereich (Überschwemmungsbereich). Dabei wurden als strukturbildende Maßnahme größere Stammabschnitte und größere Äste in den Bach hineingezogen, um bei Hochwasser eine sich verändernde großflächige Linienführung zu erreichen und damit die ökologisch so bedeutsame Aue zu erweitern.

BUND-Vorsitzender Reinhard van Ooyen kommentiert: „Der obere Teil des Wirftbaches ist jetzt schon ein wunderschöner Gewässerabschnitt, der in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine weitere ökologische Aufwertung erfahren wird, wenn alle Beteiligten an der Bachpatenschaft weiterhin so konstruktiv miteinander umgehen werden.“

 



Gemeinsam für die Natur - die Organisatoren: Giovanni Seppia (EURid), Winfried Sander (BUND) und Katja Wiese (Naturefund)


Fleißige Helfer mit Setzlingen


Diese Bilder sind eine gute Werbung für alle Beteiligten!


Nach getaner Arbeit - Setzlingsgruppe in der Bachaue, gut gegen Verbiss geschützt.

BUND - positive Überraschung am Wirftbach - biologische Qualität und Gewässerstrukturgüte erstaunlich gut!

LEIMBACH, 28.07.2012


Köcherfliegenlarven, Flache Eintagsfliegenlarve, Steinfliegenlarve, Gemeiner Bachflohkrebs, Vielaugenstrudelwurm, Hakenkäfer: Alles nicht gerade anziehende Begrifflichkeiten für kleine Tiere im Bach, die allerdings dem Ökologen große Freude bereiten, denn sie zeigen die hohe Wertigkeit des kleinen Fließgewässers in der Hohen Eifel an.

Nach den erfreulichen Ergebnissen der chemischen Untersuchungen am Wirftbach durch Schüler des Erich-Klausener-Gymnasiums in Adenau am 16.06.2012 (s.u.) standen jetzt die biologischen und ökologischen Untersuchungen am Gewässer an.  Die Messungen nach chemischen Kriterien sind immer nur Momentaufnahmen, die jetzigen Messungen dagegen erlauben eine dauerhafte Qualifizierung des Gewässers.

Reinhard van Ooyen, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler und Winfried Sander, Arbeitskreisleiter für Bachpatenschaften vom BUND kämpfen sich an einem bereits heißen Julivormittag den Wirftbach in der Nähe des Nürburgrings aufwärts. Ihnen versperren meterhohes Gras, stachelige Hecken, sumpfiger Boden mit großer Vielfalt an Pflanzenbewuchs im Biotop einer breiten, (wechsel-)feuchten Auenlandschaft den Weg. Einer Vielzahl von Stechmücken und Bremsen, die den beiden Eindringlingen das Leben schwer machen, entkommen diese gezeichnet durch etlichen Quaddeln.

Der BUND hat die Bachpatenschaft für den oberen Abschnitt des Wirftbaches übernommen und führt neben Pflegemaßnahmen auch Kartierungen durch. Ganz wichtig ist die aktuelle detaillierte Aufnahme der Gewässerstrukturgüte. Die letzte Kartierung des Landesamtes für Gewässerschutz ist über 10 Jahre alt. Zehn einzelne, standardisierte Elemente werden aufgenommen: Wie wird die Aue genutzt? Wie sieht der Gewässerrandstreifen aus? Wie der Gewässerverlauf, der Uferbewuchs, die Uferstruktur, der Gewässerquerschnitt, das Strömungsbild, die Tiefenvarianz, die Gewässersohle, die Durchgängigkeit? Für Sander als Geograph oft geübte Praxis an Gewässern, für van Ooyen als Biologe ebenso für die Tierwelt (Fauna) im Bach! Für beide doch eher überraschend: Die Gewässerstrukturgüte befindet sich bei der Aufnahme auf einer fünfstufigen Skala im oberen positiven Bereich mit weiterem Entwicklungspotenzial, noch stärker positiv gar für die biologische Situation, wo teils sehr gute Bereiche zu notieren waren. "Es lohnt sich, dieses Gewässer weiter zu beobachten, ihm bei der Entwicklung zu helfen (z.B. die Naturverjüngung der Fichten im Auenbereich zu entfernen) und in Zusammenarbeit mit dem Umweltbeauftragten Michael Köbele der (Noch-)Nürburgring GmbH die Belastung des Gewässers gering zu halten", sind beide Vertreter des BUND überzeugt und freuen sich auf die weitere Arbeit am Wirftbach.

 


Reinhard van Ooyen auf dem Weg durch die Aue zum Bach


Der Wirftbach


Erste Untersuchungen...


...ergeben bei näherer Betrachtung...


...eine überraschende Vielzahl von anspruchsvollen Gewässerbewohnern.


Fichtennaturverjüngung im Auenbereich. Alle Fotos: Winfried Sander

BUND und Erich-Klausener-Gymnasium - gemeinsam erfolgreich für den Wirftbach am Nürburgring

LEIMBACH, 16.06.2012

 

Mit der Übernahme einer Bachpatenschaft für den Quellbereich des Wirftbaches am Nürburgring im November 2011 ging der BUND mit seinen Partnern, der Verbandsgemeinde Adenau und der Nürburgring GmbH, eine Verpflichtung ein: Schutz des Gewässers vor diversen Belastungen aus unterschiedlichen Qellen.

 

Eine dieser besonderen Belastungen für den Wirftbach stellt die alljährliche Großveranstaltung "Rock am Ring" dar. Das Oberflächenabwasser aus der Veranstaltungsfläche durchläuft als so genanntes „Grauwasser“ zwar ein Regenrückhaltebecken, über das das Wasser bei starken Niederschlagsereignissen zum Schutz des Gewässers nur langsam abgegeben wird, aber die chemische Belastung durch die Inhaltsstoffe des Oberflächenwassers bleibt – wenn auch verdünnt - erhalten.

 


LK Chemie des Erich Klausener-Gymnasiums am Wirftbach.


Stark belasteter Wirftbach im Jahr 2008. Dank der Schutzmaßnahmen ist die Gewässerqualität heute auch nach Veranstaltungen deutlich besser!

Chemische Messungen im Vorfeld der Veranstaltung und zwei Tage danach sollten den Unterschied in der zeitlichen, räumlichen und punktuellen Belastungssituation aufzeigen. Schülerinnen und Schüler aus der 11. Jahrgangsstufe des Erich-Klausener-Gymnasiums in Adenau mit ihrem Kurslehrer Oberstudienrat Werner Mermagen nahmen diese Messungen vor. Unterstützung erhielten sie von Winfried Sander, Leimbach, BUND-Arbeitskreisleiter „Bachpatenschaft“ und ebenfalls Lehrer an der Schule. 

 

Erwartungsgemäß war die Belastung des Gewässers bei der ersten Messreihe sehr gering und überraschenderweise auch bei der zweiten Messung nach Rock am Ring nur ganz leicht erhöht. Die Nürburgring GmbH mit dem zuständigen Management von Michael Köbele hatte dem Gewässer die Belastungen erspart und die anfallenden Oberflächenwasser aus dem Regenrückhaltebecken über Pumpwagen unmittelbar der nächsten Kläranlage zugeführt – der Wirftbach war weder optisch oder sensorisch noch konkret über Messungen nach der Mega-Veranstaltung nachweislich belastet.

 

  


Zaunbau im April 2012 im Bereich D4 zum Wirftbach hin - die Fertigstellung gelang vor Rock am Ring 2012!

Michael Köbele ist es zudem zu verdanken, dass die Belastung des Quellbereiches der Wirftbaches in anderen Bereichen nahezu völlig zurückgefahren werden konnte. Konnten in den letzten Jahren die Camper auf den Zeltplätzen von D2 und D4 im südlichen Bereich nahezu ungehindert Zugang zum Gewässer – auch in den bereits vor Jahren renaturierten Teil – finden, so wurden bereits im letzten Jahr stabile Zäune in großen Abschnitten zum Bach errichtet. Sie haben auch gehalten und so wurden die fehlenden Abschnitte in diesem Jahr im Bereich von D4 vollständig ergänzt. Niemand konnte von hier aus in den Bachbereich vordringen, lediglich von Seiten D2 im noch nicht gesicherten Abschnitt ist von der anderen Seite eine Lücke, die noch ihre Schließung erwartet – ein sinnvoller Lückenschluss! Die Eintragung von Fäkalien, Müll in Form von Flachen, Dosen, Zeltanlagen, Batterien und ähnlichem sowie die Trittbelastungen im sich hervorragend entwickelnden renaturierten Gewässer ist so unterbunden.  


Durch das Forstamt Adenau ausgelichtete Talaue. Alle Fotos: Winfried Sander

Vereinbarungsgemäß hat auch die Auslichtung der Talaue nach Entfernung der großen Fichten durch das Forstamt Adenau mit Förster Rolf Lück erhebliche Fortschritte gemacht – die BUND –Kreisgruppe hatte ihren kleinen Teil bereits im Februar diesen Jahres geleistet. 

 

Somit sind ökonomische, ökologische, soziale und politische Aspekte in das Projekt eingebunden und erfüllen die Anforderungen sowohl eines „echten“ Projektes (Lösung eines Problems) und entsprechen in der Vorgehensweise und im Inhalt den geforderten Gedanken der Nachhaltigkeit, gar der Bildung für nachhaltige Entwicklung durch die Einbindung einer aktiven Schule mit einem Teil ihrer Schülerschaft aus der Oberstufe sowie der aktiven Veröffentlichung der Maßnahmen, der Messungen und der Erkenntnisse.

 

Sander bezieht ganz klar Stellung: „Der BUND kommt seiner satzungsgemäßen Aufgabe nach, solche Maßnahmen für Natur und Landschaft durchzuführen, um die Biodiversität (Artenvielfalt) in unserem Umfeld zu erhalten und nach Möglichkeit zu vergrößern und freut sich über die Unterstützung von mehreren Seiten.“

 

Da das Projekt eine besondere Art der wirkungsvollen Zusammenarbeit darstellt, wurde es für den laufend Wettbewerb „Umweltpreis 2012“ beim Umweltministerium in Mainz eingereicht. 

Teilnahme am Bachpatenfest in Mainz am 19.05.2012

MAINZ, 19.05.2012

 

Anlässlich des Jubiläums "20 Jahre Bachpatenschaft" hat das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht zu einer Festveranstaltung im kurfürstlichen Schloss zu Mainz eingeladen. Winfried Sander, Lehrer am Erich-Klausener-Gymnasium ipAtz. Leiter und Initiator der Bachpatenschaft Wirftbach/Adenauer Bach, ist dieser Einladung gefolgt und hat unterstützt von seiner Frau und Reinhard van Ooyen, Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Ahrweiler, die Arbeit der Bachpatenschaft vorgestellt. 

 

Im Rahmen der Veranstaltung überreichte Ministerin Ulrike Höfken Winfried Sander eine Urkunde für seine vorbildlichen Leistungen rund um den Schutz und die Pflege der Gewässer und zeigte sich äußerst interessiert an der Arbeit der Gruppe.


Dank und Anerkennung für Winfried Sander


Winfried Sander erläutert Ministerin Ulrike Höfken die Arbeit der Bachpatenschaft Wirftbach/Adenauer Bach

Live im Land - 20 Jahre Bachpatenschaft am 30.04.2012, Filmbeitrag des SWR über die Bachpatenschaft Adenauer Bach

MAINZ, 30.04.2012

Etwa 800 Bachpatenschaften gibt es landesweit. Deren Ziel ist es, die kleinen Fließgewässer ökologisch intakt zu halten. Dazu gehört die Gewässerbeobachtung, Gewässerpflege aber auch viel Aufklärungsarbeit. Die Bachpatenschaft Wirftbach/Adenauer Bach, initiiert von Winfried Sander, Lehrer am Erich-Klausener-Gymnasium i.p.Atz. und Mitglied der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler ist eine davon.

Was die Arbeit der Bachpaten genau ausmacht, können Sie in einem Filmbeitrag, den der SWR über die Gruppe gedreht hat, sehen.

Auf die Plätze - fertig - los! Startschuss für erste Pflegemaßnahmen am Wirftbach am 28.01.2012

 

Die BUND-Kreisgruppe Ahrweiler ist im Herbst 2011 eine Patenschaft für den oberen Teil des Wirftbaches unterhalb der Grand-Prix-Strecke am Nürburgring eingegangen. Jetzt standen die ersten Arbeiten als Bachpaten an: Die Entfernung der Fichten-Naturverjüngung der letzten gut 15 Jahre, als der Wirftbach in Teilen als Ausgleichsmaßnahme für das erste Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring renaturiert worden ist.

Der Termin Ende Januar ist bewusst gewählt, damit noch vor dem 01. März eines jeden Jahres, wenn Arbeiten in Hecken im Außenbereich aus Rücksicht auf in Brut oder deren Vorbereitung befindlichen Vögeln im Außenbereich untersagt sind, durchgeführt werden können.

Im Laufe der Jahre sind viele kleine Fichten von Daumendicke bis hin zur doppelten Armdicke durch Sameneintrag nachgewachsen. Nadelbäume stören das komplexe Gefüge des Wasserhaushaltes am Gewässer und gehören somit nicht in den Auenbereich, also in den Überschwemmungsbereich, und sollten entfernt werden. Ziel ist die Ansiedlung und der Eintrag von Schwarzerlen, Weiden und Eschen, die sich inzwischen zaghaft ihren Platz suchen.

BUND-Kreisvorsitzender Reinhard van Oyoen aus Bad Neuenahr-Ahrweiler konnte etliche Mitglieder, unter ihnen den Initiator der Bachpatenschaft, Winfried Sander aus Leimbach, begrüßen. Mit Handsägen und Astscheren wurden die kleinen Fichten aus dem Auenbereich entfernten. Thomas Brötz konnte als Biologe mit seiner Motorsäge und entsprechender Ausbildung und Schutzkleidung die dickeren Bäume nach Absprache mit dem Forstamt Adenau fällen, sie wurden ebenfalls aus dem Auenbereich entfernt.

Nach drei Stunden Arbeit, natürlich auch gestärkt mit einem zweiten Frühstück bei angenehmen Temperaturen und trockenem Wetter, war ein großer Teil der Arbeit getan, der nächste Teil wird im kommenden Herbst erfolgen.

Weitere anstehende Aktivitäten am Wirftbach sind geplant mit der Einrichtung von Messstationen für chemische Untersuchungen, die mit einem Leistungskurs Chemie des Erich-Klausener-Gymnasiums im Frühjahr durchgeführt werden können.

Eine Kartierung des Gewässers mit Fotoaufnahmen und Bestimmung der Gewässerstrukturgüte (Qualität des Gewässers aus ökologischer Sicht) sind für das Sommerhalbjahr 2012 geplant.

Das Forstamt Adenau wird im Rahmen seiner Pflegemaßnahmen einzelne schlagreife Fichten aus dem randlichen Auenbereich entfernen. Eine Begehung und Absprachen dazu sind mit Förster Rolf Lück und mit Michael Köbele von der Nürburgring Automotive GmbH, ein weiterer Partner im Boot der Bachpatenschaft, bereits erfolgt.

In der Phase der Überprüfung bei der Verbandsgemeinde Adenau ist die Möglichkeit der Verlegung des Bachbettes aus der vor Jahrzehnten erfolgten Stickung (Befestigung des Bachbettes mit Steinen im Boden) im unteren Bereich in einen der natürlichen Geländeform angepassten Bereich. Verbandsbürgermeister Hermann-Josef Romes unterstützt die Bachpatenschaft nach Kräften.

Für den Initiator der Bachpatenschaft und ehemaligen BUND-Vorsitzenden Winfried Sander ist der bisherige Ablauf der Bachpatenschaft ein Erfolg und gibt Mut für die weitere Verfolgung des Ziels, Naturlandschaft und Kulturlandschaft in Einklang zu bringen.






Bilder 1-3: Der Fichten-Naturverjüngung wird zu Leibe gerückt


Verdiente Pause der fleißigen Helfer


Achtung - Baum fällt!


Ein glückliches Team nach getaner Arbeit. Alle Bilder: Winfried Sander

Die geplanten Aktivitäten des AK Bachpatenschaft im Einzelnen

  • Bio-topographische Kartierung und digitale Fotoaufnahme des gesamten Gebietes (abschnittsweise auf den 2,8 km der Bachpatenschaft) als Bestandsaufnahme aus ökologischer Sicht
  • Regelmäßige Beobachtung des Gewässers bzw. der einzelnen Gewässerabschnitte (besonderes Augenmerk auf die verschiedenen Quellbereiche und ggf. Überlegungen zur Neufassung der besonders bedeutsamen und veränderten Quellbereiche)
  • Weiterentwicklung der renaturierten Bereiche im Wirftbach, v.a. Entfernung der altersreifen und standortfremden Nadelhölzer (Fichten) im Bereich der Bachaue in Absprache mit der zuständigen Forstverwaltung
  • Anstrebung weiterer Eingrenzung durch feste Zäune im Quellbereich des Wirftbaches zum Schutz bei Veranstaltungen v.a. im Bereich Parkplatz D 4
  • Anstrebung weiterer Renaturierungsmaßnahmen im Verlauf des Wirftbaches unmittelbar nach Unterquerung der B 257 (Entfernung der Steinstickung und Wiederherstellung des natürlichen Verlaufes gemäß der Topographie des Geländes)
  • Exkursionen mit Führung entlang des Gewässers als ein Teil der notwendigen Öffentlichkeitsarbeit
  • Erstellung von Wandtafeln mit Texten, Graphiken und Bildern zur Durchführung von Ausstellungen zu den Bachpaten-Aktivitäten am Wirftbach

Sind Sie interessiert, mitzuarbeiten? Dieses Angebot richtet sich ausdrücklich nicht nur an Privatpersonen, sondern auch an Schulen!

Ansprechpartner ist der Leiter des AK Bachpatenschaft Wirftbach:

Winfried Sander (StD), Lehrer am Erich-Klausener-Gymnasium in Adenau
ehemaliger Regionaler Fachberater Erdkunde - Koblenz Nord
Bellerwiese 32
53518 Leimbach

Tel:  02691 - 1476
Fax: 02691 - 7080



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