BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


AK Amphibien


Klaus Liewald (Vorsitzender AK Amphibien, Mitte) zeigt Mitgliedern der BUND KG Ahrweiler den Krötentunnel in Wirft. Foto: Sabine Stein

Schwerpunkt des AK Amphibien sind Schutzaktionen während der Amphibienwanderung. Von den Straßenmeistereien werden dort, wo die Wanderrouten der Amphibien vielbefahrene Straßen kreuzen, Amphibienschutzzäune aufgestellt. Vor allem Kröten, aber auch Frösche, Molche und Salamander bleiben dort im Frühjahr hängen. Ehrenamtliche Helfer tragen die Tiere dann sicher über die Straße. Die Aktionen werden in Abstimmung mit der Abteilung Umwelt der Kreisverwaltung durchgeführt und von dieser unterstützt.

Die Schutzzäune befinden sich an folgenden Straßen:
Remagen (L79 beim Waldschlösschen), Sinzig (L82 bei Schloss Ahrental), Sinzig (L86 am LöWeSee), Oberbreisig (Mönchsheiderhof), Adenau (L10 im Exbachtal), Maria Laach (oberhalb Klosterabtei in Richtung Gaststätte Waldfrieden) und Wehr (Wehrer Mühle). 

Wenn Sie in der Nähe wohnen und helfen wollen, die Amphibien sicher über die Straße zu bringen oder sich anderweitig im AK Amphibien engagieren wollen, sind Sie herzlich willkommen. Die Kreisgruppe ist über jede helfende Hand froh! Anpsrechpartner ist Klaus Liewald (Kontaktdaten siehe unten).

Erfreulicherweise gelöst ist nach jahrelangem Einsatz besonders von Herrn Sion die Situation bei Wirft in der Nähe von Adenau: vom Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LBM) Cochem wurden im Jahr 2008 Durchlasstunnel unter der L10 für die Amphibienwanderung gebaut.

Leiter AK Amphibien:

Klaus Liewald
Birkenweg 15
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

Tel. 02641/4016
e-mail: schwlie(at)t-online.de

Bericht des AK Amphibien über Amphibienaktion 2013 liegt vor!

BAD NEUENAHR-AHRWEILER, 17.01.2014

Auch im Jahr 2013 war die BUND Kreisgruppe Ahrweiler für den Amphibienschutz aktiv. Zusammen mit Monika Profittlich und Sandra Mauel von der Kreisverwaltung Ahrweiler organisierte Klaus Liewald, Leiter des AK Amphibien der BUND Kreisgruppe die jährliche Amphibiensammlung. Entlang von Straßen, die die Wanderwege der Amphibien kreuzen, wurden Schutzzäune aufgestellt. Diese hindern die Tiere daran, die Straßen ungeschützt zu queren. Mit Hilfe von freiwilligen Helfern wurden die Kröten dann gefahrlos über die Straße gebracht. Jahr für Jahr werden so hunderte der Tiere vor dem Tod gerettet und die Bestände dadurch stabilisiert. Der BUND dankt hiermit ausdrücklich allen Helfern!

In diesen 12 Gebiete lief die Amphibienschutzaktion im Jahr 2013:

Remagen, Nähe Waldschlößchen: Amphibienschutzzaun, direkte Beteiligung des BUND zus. mit Team

Sinzig, Nähe Schloß Ahrental: Amphibienschutzzaun, HelferInnen-Team

Sinzig, Löwesee: Amphibienschutzzaun, HelferInnen-Team

Adenau, Exbachtal: - Marienthal, Bunkerstraße: Straßensperrung

Bad Breisig, Gutshof Mönchsheide: Sammlung durch Privatpersonen

Bad Breisig: Straße zwischen Rheineck und Gönnersdorf: Privatpersonen mit Amphibienschutzzaun

Wirft, Ortsausgang Richtung Adenau: Leiteinrichtung und Durchlässe seit 2008: Kontrolle durch BUND

Oberdürenbach, Ortsausgang: Sammlung durch Privatpersonen

Wehr, Wehrer Mühle zwischen Wehr und Niederzissen: Sammlung durch Privatpersonen

Maria Laach, oberhalb Klosterabtei in Richtung Gaststätte Waldfrieden und an Uferstraße: Amphibienschutzzaun von Amphibienfreunden Maria Laach aufgestellt. Die Sammelaktion ist hier aufgrund der Verkehrssituation besonders gefährlich. Das Ziel ist der Bau eines Amphibientunnels.

Kreuzberg, Ortsausgang Richtung Sahrbachtal: Aufstellen von Schildern, Sammeln durch Privatperson. Problem: Einen Amphibienschutzzaun aufzustellen ist hier nicht möglich. An dieser Stelle gibt es deshalb eine besonders hohe Zahl überfahrener Tiere.

Im Jahr 2013 gab es so manche Besonderheit: Der lange Winter ermöglichte erst spät den Aufbau der Zäune, die Wanderung war nach einigen lauen Nächten im April schnell vorbei. Schon nach vier Wochen konnte wieder mit dem Abbau der Zäune begonnen werden. Nach Auskunft der Kreisverwaltung waren die Amphibienzahlen nicht so hoch wie in den vergangenen Jahren. Die Ursachen hierfür können vielfältig sein.

Die Zerschneidung von Landschaften, die Verschmutzung und der Verlust von Gewässern haben einen deutlichen Rückgang des Amphibienaufkommens in Europa und in den USA zur Folge. Weltweit sind in etwa ein Drittel aller Amphibienarten vom Aussterben bedroht. In Deutschland gelten sogar mehr als 60 Prozent der vorkommenden Amphibienarten als bestandsgefährdet. Dies ist auch dem Einsatz von Pestiziden geschuldet.

Die auch an Land lebenden Amphibien erleiden durch den Einsatz von Pestiziden einen immensen Schaden. Sie sind im Vergleich zu anderen Wirbeltieren, auf ihre Hautatmung angewiesen. Auf diesem Weg nehmen Amphibien Stoffe aus der Umwelt und somit auch Pestizide in viel größeren Mengen auf als andere Wirbeltiere. Eine aktuelle Studie der Universität Landau kommt zu folgendem Ergebnis: In der Landwirtschaft verwendete Pestizide, die in den amtlich erlaubten Dosierungen ausgebracht werden, töten bis zu 100 Prozent der Amphibien.

In Deutschland konnte nachgewiesen werden, dass trotz Einhaltung vorgeschriebener Mindestabstände Gewässer in der Nähe von Äckern vom Pestizideinsatz betroffen sind. Zum Schutz der Amphibien ist eine umfassende Abkehr vom Einsatz der gefährlichen Agrochemikalien notwendig. Größere Abstände (minimal 50 Meter) zu Laichgewässern bei der Pestizidausbringung sowie die Beachtung der verschiedenen Entwicklungsstufen der Tiere bei der Anwendung der Gifte wären erste Schritte hin zur Rettung dieser Artengruppe.

Quelle: http://ahrweiler.bund-rlp.de/arbeitskreise/ak_amphibien/